Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 130)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2420973-2421013-2421014--3046-2423896- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Umschau. 127 salemischen Thalmud (תלמוד אלעואבליין), Sanhedrin c. 10 (6), auf Thorath Khohanim zu Lev. 26, 38 (Bechukkothai Perek 8) und auf Thoßeftha Sanhedrin (e. 13 Ende); endlich beruft er sich auf die ״beweiskräftigen" Worte (Eldad's) des Daniten: NLpi אלדכי ואלרסאלדל אלתי לדל ועגחימת חרליך אלתי חפמדלא עכדל וכקלת ואלאחפאם אי£לא אלמאדכדדל מכדל פדלי אצח אלדלאיל פי דלך! 30. August. 6. Mittel alterliches. In ebenso belehrender wie anziehender Darstellung berichtet Hr.. vr. A. Berliner in einer kleinen jüngsthin von ihm erschienenen Schriftx) über die Lebenssitten unter den deutschen Juden im Mittelalter. Dieselbe handelt über die erste geistige Anleitung der Kinder, über den Unterricht der Mädchen und überhaupt die Stellung der Frauen, über das Kartenspielen und ähnliche Ergötzungen, wie über Loosbücher; es folgt eine Besprechung der von den Juden verworfenen wilden Vergnügungen, wie die Jagd, während Krigsdienst und Turnier Vorkommen, das Abrichten von Jagd- Vögeln verschiedenem Gebrauche unterlag. Ausführlich werden dann die Bräuche bei den Hochzeiten beschrieben, denen noch das fröhliche Begehen der Sabbathe und Festtage vorangeht. Dies führt zur Darlegung in wiefern die Juden Musik und Gesang gepflegt. Den Schluß bildet eine Darlegung über die Kleidung und über die Beschäftigungen der Juden. — Bei aller Schwere des Geschickes, welche auf den Juden, zumal Deutschlands, im Mittelalter gelastet, geht ein frohgemuther, zugleich ein sinniger und sittiger Zug durch ihr ganzes Leben, und mit freudigem Gefühle ehren wir unsere Ahnen, die geistige und sittliche Kraft, welche sie bewährt, und die Quelle, aus welcher sie dieselbe geschöpft. Freilich verbleibt Alles innerhalb der Enge, welche das ganze Mittelalter beherrschte, und so lebendig unser Antheil sein mag, wenn wir dieses ehrbare und innerlich geweihte Leben in seiner Beschränktheit betrachten, so wird doch der Wunsch einer vollen Erhaltung desselben für unsere Zeit nicht in uns rege werden. Wir verlangen vielmehr, daß aus derselben *) Aus dem innern Leben der deutschen Juden im Mittelalter . . . Berlin, Benzian 1871. VIII und 61 Seiten 8, von denen die letzten 12 Seiten Belegstellen und einige kurze Erörterungen in 230 Anmerkungen bringen.