Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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Asobib, Commentar zu den Sprüchen. 75 fassung, welcher die Resultate neuerer Forschung nicht unbekannt geblieben sind. Dies bekundet sich nicht blos für die zweite Tempel- Periode bei der Schilderung der Parteien (S. 113), sondern auch bei der Aufnahme der biblischen Erzählungen, wie der Opferung Jsaak's (S. 11) — wobei Hr. Isidor, die Erlaubniß zur Einführung des Buches in die öffentlichen Schulen ertheilend, einen Vorbehalt machen zu müssen glaubte — und bei der Bezeichnung des zweiten Theiles in unserm Jesaiasbuche (c. 40—66) als ״anonyme, dem Buche Jesaias angefügte Prophezeiungen" (S. 48). Wir zweifeln nicht, daß die Benützung dieses Buches von günstigen Erfolgen begleitet sein werde. 21. August 1871. 2. Commentar zu den Sprüchen von Saadiah Asobib. Dieser Commentar findet seinen Werth darin, daß er weit her ist und daß er nicht dem buchhändlerischen Vertriebe übergeben, sondern verschenkt wird. Er trägt den Titel תוכחות בלוסר und ist von Saadiah b. Nehorai Asobib in Algier 1706 abgefaßt (die Vorr. ist datirt 1. Elul). Der Vfr. klagt über die schweren Verhängnisse, welche zu seiner Zeit die Gemeinde bedrohten. Der Fürst legte ihr die Entrichtung einer hohen Summe auf, welche im Laufe von vier Jahren abgetragen werden sollte, dann erging der Befehl, alle Synagogen niederzureißen. Die Ausführung des letzteren Befehls verhinderten die Großen des Reiches, als schon Hand angelegt werden sollte zu seiner Vollziehung, durch ihre Vermittelung. Da erhöhte nun der Fürst die Erpressung (unter dem 5. Ab 1706) auf die Summe von 80,000 Grossis. welche durch Kosten und Bestechungen (wohl an jene vermittelnden Großen) aus die Doppelhöhe stieg, mit der Drohung, daß wenn dieselbe nicht baldigst entrichtet würde, er zu der Maßregel der Niederreißung aller Synagogen zurückgreifen werde. So schwebte diese Gefahr noch über der Gemeinde, als der Vfr. schrieb, und seine gedrückte Stimmung veranlaßte ihn, den schon Zwei Jahre vorher gefaßten Entschluß auszuführen. Vornehmlich in moralisch-asketischer Gesinnung wurzelnd, wurde dieser Plan in ihm noch befestigt durch die Betrachtung, daß es dort Brauch war, am Ausgange des Peßachsestes das Buch Mischle zu lesen. Da die Commentare des Moses Alschech, Levi b. Gerson, בחש ,רשבץ (beide sind derselbe, nämlich Salomo ben Zemach (Duran), Verfasfer des Cheschek Schelomo, gedr. Vened. 1623) und A. zu ausführlich seien, habe er einen kürzeren leicht faßlichen angelegt.