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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 274

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 274 (sequence 34)
Language
German
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274 I. Plan zu einem neuen Gebetbuche. als Pflichtgebet aufgestellt, während sie nicht ein Gleiches in Betreff des Gedenkens von der Widerspenstigkeit der Israeliten in der Wüste und dem Auflehnen der Miriam festsetzen (für den Sabbath fällt die Vorschrift mit Kiddusch und Habdalah zusammen). So verfährt auch Maimonides; das mündliche Gedenken Amalek's nimmt er in seinem Buche der Gesetze Geb. 189 als besonderes Gebot auf, die andern Gegenstände übergeht er mit Stillschweigen. Trotzdem fällt es ihm aber natürlich nicht ein, etwa die Einrichtung, am Sabbathe vor Purim diese Bibelstelle öffentlich zu verlesen, als biblisches Gebot hinzustellen; lediglich daß irgend einmal, in welcher Weise dies auch sei, die Erinnerung ausgesprochen werde, nicht aber daß sie jährlich an einem bestimmten Tage mit diesen Versen recitirt werde, ist ihm der Inhalt dieses Gebotes. Deßhalb gedenkt er dessen auch in seinem Mischneh Thorah nur da wo er von dem Gebote der Vertilgung Amalek's handelt (Melachim, neuntes Gesetz und 6. 5 § 5), nicht aber wo er von der Verlesung des Thorahabschnittes am Sabbathe vor Purim spricht (Thefillah 6. 13 § 20). — Nachmanides geht in konsequenter Weise weiter und das Wort des Sifra ebenso streng nehmend wie das des Sifre, erklärt er auch die mündliche Erwähnung der durch Miriam geschehenen Verdächtigung des Moses gleichfalls als ein biblisches Gebot; andere mit ״gedenke" eingeleitete Gebote sind an sich der Art, daß ihre Erfüllung mit Gebet und Lobpreis, also mit mündlicher Erwähnung, verknüpft ist, wie Dies bei Feier- und Festtagen der Fall ist, und nur bei der Ermahnung, der Widerspenstigkeit in der Wüste zu gedenken, ist Nachm, zweifelhaft, ob dieselbe ein wirklich dauerndes Gebot enthalte oder blos eine Willensanregung für das angeredete damalige Geschlecht hezwecke. (Nachm, in den Glossen zu des Maim. Buch der Gesetze, Zusätze zu den Geboten dl. 7, ferner Pentateuchcomm. zu 5 Mos. 24, 9 und 25, 17). Die nüchterne Auffassung, welche Nachm, in Betreff dieser letzteren Ermahnung gewonnen, hätte ihn freilich auch bei der Betrachtung der andern Ermahnungen leiten sollen. Denn für den unbefangenen Erklärer des Schriftwortes ist die Ermahnung ״dessen zu gedenken was Gott der Miriam gethan" blos eine Verstärkung der Einschärfung, den Aussatz sorgsam zu behandeln, und desgleichen ist auch die Aufforderung, eingedenk zu sein was Amalek gethan, blos die Einleitung zur Ermunterung, sobald Israel die Macht dazu

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