Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 1 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden im Bauernkriege 1525. 57 zum klaren Bewußtsein zu bringen und eben damit eine wirkliche Ueberzeugung möglich zu machen; denn nur eine auf innerer Ueberzeugung von den wesentlichen Prinzipien des neuen Glaubens beruhende, in dem Herzen wurzelnde Anhänglichkeit an denselben, kann das Verlassen des angebornen Glaubens sittlich rechtfertigen. Dahin gehört ferner die Aufnahme selbst, abgesehn von den dabei zu beobachtenden rituellen Vorschriften, durch ein Collegium von drei Personen, dessen Vorsitzender jedenfalls der Verantwortliche Rabbiner sein sollte, mit dem Präjudiz der Ungiltigkeit, wenigstens wenn sie ohne ein Collegium geschieht, um jeder Proselytenmacherei durch unwissende Fanatiker, die keiner Religionsgenossenschaft fehlen, also wieder aus sittlichen Gründen, einen Riegel vorzuschieben. In einem zweiten Artikel haben wir nun die Bestimmungen des Rabbinismus über Beisaßfremde und Fremde der Gerechtigkeit, und die Unterschiede des gesetzlichen Verhältnisses beider zu Juden und Judenthum zu erforschen. Die Erörterung dieser Fragen gehört nothwendig zur Charakteristik des Rabbinismus und seiner Sittenlehre. Dr. E. Grünebaum. V. Die Juden im großen Deutschen Danernkriege 1525. Jedem, der für die Geschichte der Juden Interesse hat, wird ein Wort im höchsten Grade auffallen, welches mitten in den Wirren des großen Deutschen Bauernkrieges von einem bedeutenden Munde mit überraschender Sicherheit ausgesprochen wird. Conrad Mutianus, der bekannte Gothaer Canonicus, der Freund der Hutten, Crotus und Eobanus, der Gleim der Humanisten Deutschlands, wie er mit Recht genannt worden, schrieb am 25. April 1525 an seinen Beschützer, den Kurfürsten Friedrich von Sachsen: ״Er habe aus brieflichen und mündlichen Mittheilungen der einsichtsvollsten Männer die Ueberzeugung gewonnen, daß die Reichsstädte durch geheime Umtriebe unter dem Schein des Evangeliums