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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 1 (1869) · p. Seite 79

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
1 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 79 (sequence 82)
Language
German
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Aus Briefen. 79 Herbeitragung unbeachtet gebliebener Stellen, was doch bei den älteren Arbeiten Rap.'s zuweilen für unbegründete Annahmen entschädigte, ist hier auf diesem weiten öden Raume zu finden. Um Ihnen nur eine kleine Probe von der grauenvollen Dürre zu geben, zu der sein Geist eingeschrumpft war^, mögen ein Paar kleine Anführungen genügen. S. 10 hält er sich darüber auf, daß Sie Zaddikim mit Doppel-d schreiben, da doch das Dagesch bei Gimel und Daleth nur verstärkend, nicht verdoppelnd stehe. Er wußte also nicht, daß die Begad-Kefath außer dem Dagesch lene auch, wo die Form es verlangt, ein Dagesch forte annehmen, was natürlich bei Zaddik der Fall ist. S. 166 will er die auffallende Construktion des!ד5רד mit בלן־, welche nur bei den Töchtern Lot's (1 Mos. 19, 36) vorkommt, während das Wort sonst immer mit Lamed construirt wird, erklären. Mit Lamed, meint er, wird das Wort verbunden, wenn die Schmangerschaft von dem Manne auch als ihm angehörig anerkannt wird, nicht so wenn er sie abweist, wie dies bei Lot der Fall war, der den Beischlaf in der Trunkenheit vollzogen und die Verantwortlichkeit dafür nicht übernommen habe! Ein prächtiges Peschätl, von dem es schade ist, daß es nicht im Alschech steht. Aber auch nicht einmal Proben solchen in die Irre gehenden Scharfsinnes kommen sonst vor. Sein Conservatismus ist dürr und geht so weit, daß er die alten in der Krim gefundenen Handschriften mit babylonischer Punktation (über den Buchstaben) und babylonischen Lesarten, als das Werk eines neuen betrügenschen Karäers betrachtet (S. 4 und 195)!*) *)!In ähnlicher Weise Pocht R. auf den Umstand, daß die Ausgabe der griechischen Siebziger-Uebersetzung durch Arias Montanus, welche ihm vor- Lag, an vielen Orten, wo ich deren Uebersetzung als von unserem hebräischen Texte abweichend bezeichne, eine mit dem Originale vollständig übereinstimmende Recension aufzeigt, und er stellt den naiven kritischen Kanon auf, diejenige Recension der 70 verdiene den Vorzug, welche sich eng an unfern hebräischen Text hält. Der gute Mann wußte nicht, oder wollte es nicht wissen, daß Arias Montanus offenbar die 70 in der Gestalt wiedergab, wie die Antwerpner Polyglotte sie darbot, diese aber blos die complntensische copirte; die Herausgeber der complutensischen haben aber eingeständlich nach eigenem Belieben den griechischen Text nach dem hebr. Originale — wenigstens soweit die Vulgata mit ihm übereinstimmt — umgeändert, d. h. sie katholisch getauft. Den Kritiker R., wie den jüdisch-orthodoxen Rabbiner R. mag freilich seine Unwissenheit entschuldigen. Noch weniger erträglich ist dieselbe jedoch und versteigt sich zur Unverschämtheit, wenn der im Griechi-

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