Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 1 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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70 Recensiorren. Pressel: Missionsschrist. 5. Pressel. In der ungesunden Luft der Missions-Krankenstube ist wieder ein dem entsprechendes Pflänzlein erwachsen, krankhaft bleich und übelduftend. Prunkhast genug lautet der Titel: ״Israel, seine gegenwärtige Lage und welthistorische Bedeutung. Referat bei der fünften General-Versammlung der evangelischen Allianz, den 19. August 1867, erstattet von Wilhelm Pressest' (Tübingen 1868. 16 S.). Israel ist ״das Todtenfeld des Herrn'^, das mit verdorrten Gebeinen der' Auferstehung harrt durch den einstigen Uebertritt in das Christenthum. Alte verwaschene Pietisterei! Die Gelehrsamkeit des Verfassers erkennen wir aber daran, daß er S. 9 von den Karäern sagt, daß sie über den Buchstaben des Gesetzes nicht hinauskommen, weil ״sie die Schriften der Propheten bei Seite setzen", als nähmen die Karäer nicht die ganze Bibel, sondern blos den Pentateuch an! Derselbe Herr Pressel ist es nun, welcher, wenn ick nicht irre, in Herzogs Real-En chklopädie sämmtliche nachbiblische jüdische Artikel bearbeitet hat. Welche Vertrautheit mit dem Gegenstände muß sich darin offenbaren! 13. November. Umschau. Eindrücke der Rabbiner-Versammlung zu Kassel. Die Aufzeichnung dieser Eindrücke geschieht spät, und scheint daher, weil gerade von Eindrücken, unmittelbaren, subjektiven, nicht von einem Berichte und nicht von einem kritischen Urtheile die Rede ist, nicht mehr an. der Zeit zu sein. Es war auch nicht meine Absicht, diese Eindrücke niederzuschreiben und zu veröffentlichen, wenn die Protokolle, welche geführt wurden und veröffentlicht werden sollten, zu Tage gekommen wären. Sie sind es bis jetzt nicht, ohne daß dafür ein Grund angegeben ist. Wo sind sie geblieben? Warum fehlen diese objectiven Urkunden der gepflogenen Verhandlungen, so daß die Theilnehmer auf ihr Gedächtniß, auf die Eindrücke, welche sie mitgenommen haben, angewiesen sind, da die in