Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Recensioiikn. Umschau. und zögernd — diese Schandmale der Menschheit abwischt. Den Juden aber möchte noch eine andere Belehrung aus einer solchen Ueberschau erwachsen. Das Halten an mittelalterlichen Gesinnungen und Zuständen macht sie zu dumpfen Knechten; nur die freie Er- Hebung, die sie selbst anstreben, verbürgt ihnen menschenwürdiges Dasein. Das sentimentale Hätscheln der Vergangenheit erhält sie nur in der sumpfigen Stickluft, wenn sie auch von äußeren Schranken befreit find. 21. August. Amschau. 1. Muller's Catalog. Der Catalog, auf welchen oben S. 223 aufmerksam gemacht worden, ist mir nun vollständig zugekommen. Er enthält nun noch von S. 193 an Judaica bis zur Nr. 5127, von S. 338 an Handschriften und zwar hebräische bis Nr. 5169, Jüdisches betreffende in andern Sprachen von S. 352 bis Nr. 5193, Porträts und Kupferstiche von S. 356 bis Nr. 5230, dann noch in einem ״Anhang" wiederum Levraiea von S. 359 bis Nr. 5412 und Judaica von S. 373 bis 380 und zwar bis Nr. 5547. Man kann bereits aus diesem Reichthume der Sammlung auf die große Anzahl darunter befindlicher seltener Werke schließen. In einem Vorworte erfahren wir, daß außer den nachgelassenen Werken der schon früher genannten Emden und Lewenstein, auch die des bekannten Bibliophilen Joseph Almanzi — mit Ausnahme von etwa 100 Nummern, die in den Besitz des Britischen Museums übergegangen sind — dieser Sammlung einverleibt sind. Von hebräischen Werken sind hier etwa 128 Jncunabeln, von denen ein Siddur, Soncino 1486, ein Pergamentdruck, als unicum bezeichnet wird; dann findet sich hier eine große Anzahl spanisch-portugiesischer, ferner in holländischer Sprache geschriebener Werke, die zum Theile ganz unbekannt sind und sich weder bei Fürst noch Steinschneider verzeichnet finden. Unter den Handschriften ist allerdings Weniges, das das Interesse auf sich lenken könnte, und dürfte nur der Codex unter Nr. 5153, ein altes Machsor, das unbekannte Piutim von Josef Tob-elem und