Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 119)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen. 199 gebürt u. dgl., als auch was Sie ehedem (Wissensch. Zeitschr. für jüd. Theol. Bd. IV S. 18 ff) über den eigenthümlichen Sprachgebrauch des Deuteron., namentlich in Betreff der Wendungen mit לא (יוכל) תרכל bemerkt׳ haben. Sollte man angeblichen Widersprüchen Gehör geben, so müßte man weit eher den früheren Pen- Lateuchischen Büchern die Aechtheit absprechen als dem Deuteronomium. (Die Parallelisirung gerade jenes Capitels im Buche Josua, von dem dort ausgesagt wird, Josua habe es in das Buch der Thorah Gottes geschrieben, mit einem Abschnitte in Deuteronomium hat immerhin etwas Ansprechendes. Freilich beschränkt sich die Parallele doch nur auf einige sehr kurze Sätze, die, wenn sie auch charakteristisch genug sein sollten, doch die ganze Verschiedenheit der Situation in beiden Stücken nicht aufheben. Im Deuteron, spricht offenbar Moses, er schließt im Namen Gottes mit ihnen den Bund, daß sie ihm ein Volk, er ihnen ein Gott sein werde nach der Verheißung an die Väter (V. 12), d. h. daß sie in das Land, das sie noch nicht errungen, siegreich eindringen sollen, wie denn später (V. 24) der Bund als geschlossen bezeichnet wird zur Zeit, da Gott sie herausgeführt aus dem Lande Aegypten. In Josua hingegen spricht eben dieser, er selbst, nicht Gott, schließt einen Bund, um sie zur Aufrechthaltung ihrer Obliegenheiten neu zu ver- Pflichten. Er spricht Zu denen, die das Land bereits vollständig in Besitz haben (V. 11 und 18). Hier sind Zwei ähnliche, aber doch durchaus von einander unabhängige Ereignisse berichtet. Was sich ^der Berichterstatter unter dem Zusatze gedacht, Josua habe dies in die Thorah eingeschrieben, bleibe vorläufig dahingestellt; jedenfalls ist die angezogene Stelle aus dem Deuteron, nicht das Document, welches er über seine Ermahnung vor'seinem Ende niedergelegt hat. — Seltsam aber sind die Consequenzen, welche aus dieser Annahme gezogen werden sollen. Der Schluß scheint so zu lauten: Josua hat eine Stelle dem Deuteron, angefügt, folglich muß es ihm vorgelegen haben, folglich dem Moses angehören. Bei diesem Schluffe ist jedoch nur eine Kleinigkeit übersehen, nämlich die Frage über die Authentie des Buches Josua: wenn das Buch Josua etwas über Josua berichtet, so ist dies, wird vorausgesetzt, eine unantastbare Thatsache. Allein weit stärker als über das Deuteron, spricht sich bekanntlich die Kritik über Josua aus. Die geläufigste Ansicht ist die, daß Deuteron, und Josua zusammen ein Buch bilden und beide gleich späten Ursprungs sind; meine kritische UeberZeugung,