Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 117)
- Language
- German
- Belongs to
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Ans Briefen. 197 waoth 6. 4 (vgl. Simson das. 4, 5) vor: זדלבח זר ד!לכו עליד בכי אסייא שלש דגלים ליבנדז לדגל חשלישי;דכשידרח לדזן. Ist daraus zu schließen, daß die Bestimmung,-- welche Jamnia erhalten, Jerusalem zu ersetzen, selbst eine Art Wallfahrt dorthin während der drei großen Feste erzeugt hat? Freilich mit anderer Absicht; ich vermuthe, daß fernliegende Gemeinden schon zu Jerusalem die Wallfahrt dazu benutzt halten, um unentschiedene easuistische Fragen dort sich lösen zu lassen. Das scheint nach der Zerstörung des Tempels Sitte geblieben zu sein. Damit hängt Wohl das חייב אדם לקבל פכי דבר בדגל zusammen, was wieder in so vielen Geschichten des Thalmud durchschimmert. — Dann aber: wurde die Reinigung durch das mit der Asche der rothen Kuh gemischte Sühnewasser noch nach der Zerstörung des Tempels gebraucht, und in so fernen Gegenden? sDaß Jamnia eine Zeit lang der geistige Mittelpunkt war, fast die Bedeutung Jerusalems als Sitz der höchsten geistlichen Behörde annahm, dorthin die Anfragen gelangten und von dort aus die Entscheidungen ergingen, ist unbestreitbare Thatsache. Anders aber verhält es sich mit den Wallfahrten; diese wurden gewiß niemals dorthin unternommen. Wenn nun bei den zwei in Mischnah und Toßeftha vorkommenden Anfragen hervorgehoben wird, daß man zu den Festzeiten zur Stellung derselben dorthin gegangen, so beruht dies in einem andern Umstande. Es handelt sich hier von den Mitteln, sich von Unreinheiten nach bestimmten Vorschriften zureinigen, und gerade für die Festzeiten war es dem Israeliten nach der Halachah eingeschärft, sich rein zu erhalten oder wieder zu reinigen, während er das ganze Jahr über unrein sein konnte und sich nur dann vor der Berührung heiliger Gegenstände hüten mußte, an Festtagen, wo eben Alle nach Jerusalem und dem Tempel zogen, mußten sie sich der Reinheit befleißigen (Sifra zu 3 Mos. 11, 8, vgl. Abraham ben David z. St. und Nachmanides im Pentateuch - Commentare, Maimonides in Mischneh Thorah, טרבלאת ארכלין XVI, 10). Natürlich erhielt sich diese Bestimmung auch noch eine Zeit lang nach der Zerstörung fort, wie denn auch die Samaritaner mit aller Strenge daran festhalten. Selbst später, als die Gesetze über Neinheit immer mehr außer Brauch kamen, hielt man doch an dieser Sitte noch fest und stellte die Regel auf: חייב אדם לטזדד את "בצנלר בדגל (Rosch ha-Schanah 16 b). Die Anfragen demnach über Reinigung galten vorzugsweise für das Fest, und um diese Zeit wurden