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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 115

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 115 (sequence 35)
Language
German
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9. Der Stamm Benjamin. 115 schränkung verlangen wie namentlich von der ״Vertilgung," der .,Vernichtung," dem ״Untergänge" Benjamin's und der Iabesch- Gileaditen. Im Ganzen aber verdient die Hinweisung auf den tieferen historischen Hintergrund in dieser Erzählung in Verbindung mit noch anderen Umständen, wie z. B. die Betonung, daß Jebus, das nachmalige Jerusalem, damals noch eine kanaanäische Stadt gewesen, daß Juda durch das Orakel zum Anführer im Kampfe erwählt, dennoch zwei Male geschlagen worden und erst zum dritten Male obgesiegt habe, — gar sehr Beachtung, und wirft diese Auffassung wieder ein Helles Schlaglicht auf den ganzen Umfang der biblischen Erzählungen, welche, wenn auch scheinbar in dem Harmlosesten Gewände alter Geschichten und Sagen austretend, immer von dem Grundgedanken der bewegtesten Stammeskämpfe um die Hegemonie getragen sind. Der durchgehende Charakter ist, die das ganze Volk immer beschäftigende Angelegenheit, ob und wie und unter wem die Reichseinheit herzustellen ist, nach der einen oder andern Seite hin zum Austrage zu bringen; alle Erinnerungen aus dem Alterthume nehmen dann die Färbung an, wie sie in den verschiedenen Volksschichten sich zu einer Illustration für ihr Verlangen eignen. 10. כתב ליבולאזר und .נללבן ״Hat man schon anderweitig — fragt Hr. vr. Derenburg in einem Schreiben vom 25. März — zu כתב לי־בובאת (Sanhedrin 21b) den Ausdruck: ואכלת בללבן ליבוכיד (Schabbath 104 a) verglichen? Es geht aus der letzteren Stelle hervor, daß die Quadratschrift mit Ziegelsteinen verglichen wurde!" — Soviel mir bekannt, ist die Stelle aus Schabbath bis jetzt zur Erklärung des vielbesprochenen Ausdruckes in Sanhedrin für die althebräische, samaritanische Schrift als כתב ליבובאד nicht herangezogen worden; in der That aber scheint sie die richtige Deutung an die Hand zu geben. Dort nämlich werden spielende Deutungen gegeben für Gestalt und Aufeinanderfolge der Buchstaben; in Schin und Thav soll der Gegensatz der Lüge, בוקר, und der Wahrheit, אכלת, ausgedrückt sein. Warum nun, heißt es weiter, ruht die Lüge, בוקר, auf einem Beine (indem nämlich das Kos den Fuß unter die Linie hin verlängert), während die Wahrheit, אכלת, einen festen, gleichmäßigen Bau hat (indem alle Buchstaben auf der Grundlinie ruhen)? Weil Lüge 8*

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