Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Afrika in Thargum und ThaLmud. 35 Orte אפליקי für identisch mit 3ißrjgixy (sc. , also Jberien, dem heutigen Georgien am Kaukasus, annehmen*); denn damit stimmen sehr gut überein die Traditionen der Georgier und Armenier, die sich entweder von Gomer, oder von seinem Sohne Thogarma ableiten. **) 2. Im jerus. Thalmud (Track schebi’ith, cap. YI) heißt es: ״Es sagte R. Samuel b. Nachman, vor seiner Ankunft nach Palästina schickte Josua drei Befehle dahin .... Girgaschi räumte sein Land im Glauben an Gott und ging nach אפריקא". Rapo- Port glaubt darunter die phönicische Colonie in Carthago zu verstehen. Dies kann aber durchaus nicht befriedigen. Angenommen auch, daß ein palästinensischer Rabbi, trotzdem, daß er oft Aggadist genannt wird***) und weltliche Kenntnisse besessen zu haben scheint, die benachbarten Phönicier, die doch nie aus ihrer Heimath ganz ausgewandert waren, mit den Autochthonen Palästinas vermischte — so ist es ein Verkennen des Geistes von dergleichen Sprüchen, die immer eine Pointe in der Lautähnlichkeit!haben. Diese Pointe finden wir in der Aehnlichkeit des Girgaschi mit Georgi, wie die ackerbauenden (yeco^yol) Iberer im Gegensatz zu den nomadisirenden schon bei! Pomponius Mela fi) heißen. Merkwürdig genug finden wir die Jdentificirung der Georgier mit den Girgaschi auch bei zwei jüdischen Schriftstellern des XII. Jahrhunderts. So sagt Jbn-Daud im Sepher Ha-Kabbala in der Polemik gegen die Karäer: Du findest die Gemeinden Israels ausgebreitet im Lande Schinar, Elam, Persien, Dedan (d. h. die Dudanier, wie ein Theil der Lesginen nach Mas’udi Les prairies ä'or II, p. 6, heißt) Girgaschi, welches Gorgan heißt. Auch Benjamin von Tudela sagt: Das Land der Gorgier bis zum Strome Gihon, das sind die Gorgier (6ä. Asher, p. סב.) *) Zu den dort von Cassel angeführten Analogieen könnte ich über Jberien selbst aus Constantinus Porphyrogeneta anführen. Auch ältere griechische Schriftsteller gebrauchen oft diese Form; so hat z. B. Ptolemaios für Vorder-und Hinterindien: rjevrdg und exrös rdyyov 'ivSixtf (lib. YII 1, 2); so auch Diodor (II, 34) u. m. A. **) Vgl. Brosset, Histoire de la Gdorgie. T. I, p. 16; Moses von Chorene ed. Whiston, p. 12, 34. Auch der Chazarenkönig Joseph leitet die Abkunft seines Stammes von Thogarma ab. ***) So z. B. Midi׳. ßab. Gen. cap. 12; Mid. Echa zu 3, 44) u. s. w. -s) Ge situ Orbis, II, 1. Y. 11. 3*