Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 1 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Juden in Regensburg. 17 wohl Manches der Mittheilung Werth gewesen wäre. So die Anspräche des Bischofs ״mit 30 Pfund, die der Hochstift an der Steuer der Juden zu Regensburg gebühre" (Gemeiner, Regensburgsche Chronik III, S. 13), weswegen er sich unter dem 22. May 1430 ״als ein päpstlicher Curtisan" nach Rom wandte. Als ferner Sigismund gegen Ende des Hussitenkrieges 1431, wie gewöhnlich in großer Geldnoth sich befand, nahm er den ihm gemachten Vorschlag begierig auf, ״von der Reichsritterschaft und andern Gutsbesitzern, die den Juden verschuldet waren, eine ergiebige Steuer zu erheben und dieselben von aller Zahlungsverbindlichkeit an ihre Gläubiger frei und los zu sagen."*) Als indeß die Juden einer Vorladung nach Nürnberg, wo ihnen derartige Vorschläge gemacht werden sollten, nicht nachkamen, wurde ״durch ein Hofgerichtsurtheil die Jüdischheit demnach gebannt" und der Bischof Conrad damit beauftragt ״der Jüdischheit in seiner Stift, die sich nicht ausweisen konnte, daß sie unter Fürsten, Herren, Städten und Märkten saßen, des Reiches Acht und obersten Bann zu verkünden."**) Indessen scheint es dazu nicht gekommen zu sein und eine kleine Abfindungssumme unter der Hand wird Wohl genügt haben den mächtigen Zorn des heiligen römischen Reiches und seines Oberhauptes zu beschwichtigen. Im Gegentheil traf später (1434) des Reiches Acht den Herzog Ludwig***), der sich, obwohl ein Feind der Juden, doch derselben, wenn auch natürlich nur aus Eigennutz und Geldgier gegen den Kaiser annahm. Die Nichterwähnung dieser Achterklärung macht es in der Darstellung von Grätz (VIII, 272) ganz unklar, auf welches Recht denn der Kaiser seine Ansprüche in Bezug auf die Juden gestützt habe. In dieselbe Darstellung haben sich auch noch einige andere Ungenauigkeiten eingeschlichen. Im Jahre 1435 hatten nämlich Ulrich Kamerauer und Alban Glosner-j-) an den Herzog Ludwig Schuldforderungen von je 2000 Gulden, und da sie von dem Herzog kein Geld erhalten konnten, so wurde der Rath der Stadt angewiesen, den beiden Genannten behülflich zu sein, die Rechte des Herzog Ludwig an den Juden nun ihrer- *) a. a. O. S. 24. **) das. ***) a. a. O. S. 42. f) a. a. O. S. 66 sg. u. Noten 140 u. 141. Bierteljahresschrift. V. 1. 2