Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 4 (1866)
- Issue
- 4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Anapa 1× ep/1701653
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Aus Briefen. 317 Buch gelesen und halte es für sehr wünschenswerth, daß es edirt werde. Es würde nur einige Druckbogen füllen. Nr. 168, 2 ist 1449 verfaßt und in Nr. 168, 3 wird der Sohar citirt; beide letztere Sachen sind ziemlich werthlos. — Sehr interessant sind die arabischen Siddurim, namentlich der von Saadiah Gaon, ein schönes altes Exemplar, in dem unter Anderm auch sehr schöne Piutim von Saad. mit darauf folgender arabischer Uebersetzung. An einer Stelle spricht Saad. von Piutim zum Versöhnungstage und bemerkt, er wolle nur einige derselben nennen, denn alle zu erwähnen sei unmöglich, da sie zahllos seien. ^Ausführlicher haben darüber bereits Steinschn. im Katalog und Neubauer in Ben - Chanania berichtet. GZ Die בלחאצלה des Moses ben Esra ist Wohl interessant, verlohnt sich dennoch nicht der großen Mühe einer vollständigen Herausgabe, da sehr große sprachliche Schwierigkeiten dabei zu überwinden wären — dieser Meinung ist auch Derenburg —; hingegen sollte das Capitel, welches von den jüdischen Dichtern in Spanien handelt, sobald als möglich veröffentlicht werden. Dieses Cap. dürfte höchstens zwei Druckbogen ausmachen . . . Nehmen Sie hiemit als Probe noch eine Berichtigung zu Neubauer's ״aus der Petersburger Bibliothek". Daselbst S. 134 heißt es: Nr. 55 Chumasch (888) כשלם ש' אלף ובלאתים לשמרות פה נלתא אנפאיאלב הנלנכתף שקנתה נללכה מהון אביה. Allein das ursprüngliche Epigraph schließt mit אכפאיאלב und dieses muß lauten אכפא יאלב, das ist die bekannte Stadt Anapa an der Küste des schwarzen Meeres gegenüber der Krim, und יאלב heißt יעזרה אלהים לפכות בקר (Ps. 46, 6). Darauf folgt dann ein zweites jüngeres Epigraph von sechs Zeilen, deren erste eben die oben noch weiter angegebenen Worte enthält . . Solcher Versehen kommen mehrere vor. Wegen der Eulogieen, an denen Sie Anstoß nehmen (vgl. oben S. 228 ff. G.), muß ich an die drei auf dem Grabstein von Tortosa aus dem ersten christl. Jahrh. erinnern und zugleich bemerken, daß agadische Elemente und Sagen, die man in den allerspätesten Midraschim findet, bei jüdisch-griechischen Schriftstellern Vorkommen, die spätestens 180 vor Ehr. geschrieben haben. Die Krim, welche seit dem 6. oder gar 7. Jahrh. v. Chr. von Griechen colonisirt war, stand nicht isolirt, es war namentlich ein lebhafter Verkehr mit Kleinasien, wo es zahlreiche jüdische Gemeinden gab, die ihrerseits wieder in regem Verkehre mit Judäa standen. Man darf