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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1866-01-01 · 4 (1866) · p. Seite 308

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
4 (1866)
Issue
4 (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 308 (sequence 12)
Language
German
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308 Recensionen. stellung zurück und behandelt ״den Handel und die Geldgeschäfte der Juden", ״Aufhebung oder Reduction der Forderungen jüdischer Gläubiger durch Kaiser und Landesherren", ״die Gemeinde- und Gerichtsverhältnisse", ״den Beweis und den Eid der Juden", ״Strafrechtliches", ״die sociale Lage der Juden und ihre Beschränkungen in religiöser und socialer Beziehung" und schließt mit den — ״Judenverfolgungen". Während kurze Verweisungen bereits unter dem Texte angebracht sind, werden nun noch auf 100 Seiten in 189 größeren Anmerkungen ausführliche Belege gegeben, ein Anhang bespricht ״die Judenprivilegien" und deren zweifelhaften Werth. ״Wollen wir", sagt der Herr Vrf. (S. 294), ״aus diesen Privilegien und Gesetzen allein ein Bild von der Stellung der Juden zu gewinnen suchen, so würde dasselbe ebenso ungenau sein, als wenn wir überhaupt den Culturzustand eines Volkes allein aus seinen Gesetzen beurtheilen wollten. Ja es gilt dies in noch höherem Maße für die Stellung der Jude'n: jene Privilegien waren meistens nur das Resultat einer augenblicklich vorhandenen Stimmung, sei es, daß man auch im Juden den Menschen achten wollte, sei es, daß die Kammerknechte sich durch Geldzahlungen für den Augenblick das Wohlwollen ihrer Herrscher gewonnen hatten. Meistens fehlte es denselben an dem ernstlichen Willen, das, was sie eben gewährt hatten, wirklich zu halten und den versprochenen Schutz auch durchzuführen. Und das Volk behielt seine alte Gesinnung, wenn auch in den Gesetzen ein milderer Geist wehte. So sind die Privilegien nur eine Quelle, welche der Ergänzung durch Urkunden und Chroniken nothwendig bedarf". Ein Verzeichniß der hauptsächlich citirten Werke und ein Register beschließt das Ganze, ein Buch, das durch seine musterhaft gründliche wie in ihrer Objectivität wohlwollende Forschung, Auffassung und Darstellung ebenso belehrend wie erquickend ist. Es sollte in keiner jüdischen Gemeinde fehlen. 21. Oct.

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