Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 4
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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304; Umschau. wir oben S. 128 ff. besprochen haben, darüber wie über die alten Bibelhandschristen und die karäischen Schriften, wie sie durch Firk. nach St. Petersburg gekommen, auch an den französischen Unterrichtsminister berichtet. Diese zwei kurzen Berichte nebst Bemerkungen Mnnl's, abgedruckt in dein Journal Asialique 1865, liegen mir in einem Sonderabdruckc vor unter dein Titel: Rapporte faits a Mr. le ministre de l’instruction publique sur 166 manuscrits Hebreux de 1a colleclion Firkowitz, par M. Neubauer, et observations sur ces rapports faites a l’Academie des inscriptions et belleslettres par M. Munk (27 S. 8). Der Umfang dieser Mittheilnng zeigt schon genügend, daß wir hier eine eingehende Untersuchung über diese wichtigen imb so viele Fragen amegenden alten Denkmale nicht zu erwarten haben. Herr Neubauer gicbt blos die im Ganzen schon bekannten Thatsachcn, Herr Munk äußert Bedenken über manche auffallende Erscheinung, ohne jedoch eine Entscheidung treffen zu wollen. Die Aera לגלותנו als nach dem assyrischen Exile, und zwar festgcstetlt auf 666 v. Ehr., wird nicht näher beleuchtet; Herr M. sagt (S. 15): Jusqu’ ici l’ere de Texil de Samarie n״ a ete trouvee dans aucun manuscrit hebreu; car ce que M. Neubauer dit de Femploi de cette ere dans un manuscrit hebreu-persan de notre Bibliotheque imperiale est une grave erreur. — Herrn N. schwebte wahrscheinlich eine Stelle ans Jefeth's Psalmcn-Commentar vor, welche M. selbst 1841 (Jost's israel. Annalen Nr. 10 S. 76) mitgetheilt, wo derselbe sagte, es seien bereits 16 Jahr- Hunderte seit dem assyrischen Exile verflossen. Das zeigt jedenfalls, daß die Karäer noch in der Mitte des zehnten Jahrhunderts, obgleich nun an den zweiten Tempel sich anlehncnd, mit den rabbinischeu Juden in der Zeitrechnung gleiche Jahre annehmend, doch noch eine Anknüpfung an das assyrische Exil, die bei den Rabbaniten gar nicht vorkommt, in ihrer Erinnerung bewahrten. — Auch über die Bibclfragmente und ihre Lesarten erfahren wir nicht wesentlich Neues neben dem, was Muralt und Chwolsohn mitgetheilt (vgl. oben S. 232 ff). Zu der Lesart ררף und מרדף Jes. 14, 6 bemerkt Herr N.: cette correction semble etre dune main recente, und. werden wir baldigst über diese gründliche Arbeit berichten. Auch von Neubau er ist eine neue Schrift vollendet: Aus der Petersburger Bibliothek, die gleichfalls die verdiente Besprechung binnen Kurzem finden wird.