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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 4 · p. Seite 300

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
4
Date
1864-01-01
Page
Seite 300 (sequence 50)
Language
German
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IRI
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300 Umschau. faßte Makkabäerbuch" und später: ״das zweite Makkabäerbuch ist als dem hasmonäischcn Fürstenhause feindselige Tendenzschrift zu begreifen.^ Das Conversations-Lexikon ist ein Werk für das größere Publikum; es ist berufen, die bewährten Resultate ernster Forschung zmn Gcmeingute zu machen, und so ist denn mit einem Male meine Auffassung dieser beiden Bücher gewissermaßen als selbstverständlich durchgedrungen. Allein damit erscheint die ganze vorangegangene und spätere Geschichte des Judenthums in andern! Lichte, die eine andere Annahme führt zu weitern Ergebnissen, welche von den bisherigen landläufigen sehr abwcichen; auch diese müssen nun in das Bewußtsein ausgenommen werden, und sie werden es sicherlich. Eine Bürgschaft dafür bietet das Werk von Dozy: Tie Israeliten zu Mekka von David's Zeit bis in's fünfte Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Freilich mag es gerade dieser Umstand sein, daß Dozy so vorurthcilslos in meine kritischen Resultate eingeht, welcher Ewald zu erbitterten Ausfällen gegen denselben reizt; kann er ja seinen, einer engen Gedankenrichtung entspringenden Unmuth nicht bergen, daß D. von ״Juden" Ansichten ausnimmt. Doch ist man schon daran gewöhnt, daß Ewald jeden wissenschaftlichen Fortschritt, der nicht von ihn! ausgeht, begeifert. Den Nachtheil davon tragen dann zumeist seine Schriften, die ans einem überwundenen Standpunkte zurückbleiben; die Wissenschaft läßt sich dadurch nicht irren, wenn auch die alten Annahmen noch lange in ihrem trägen Besitzesrechte sich erhalten werden, je mehr sie dem christlich-dogmatischen Vorurthcile mundgerecht sind. Und zwar gilt Dies nicht blos von der orthodoxen Richtung. Es kann nicht auffallen, daß ein Mann wie Delitzsch sich gegen meine Auffassung des Malkhi-Zedek in Ps. 110 als eines zadokitischen Priester-Königs sperrt (Saat auf Hoffnung I. S. 33 ff.), daß er ebcrso die Charakteristik der Sadducä'er und Pharisäer ablehnt (das. II 30 f.) Natürlich. Der Malkhi- Zedek muß der Messias sein, David muß in prophetischem Geiste diesen als ״Herrn" anreden, sonst sind alle Beziehungen der christlichen Begründungsschriften auf diesen Psalm, wie Paulus sie wohlschon (1. Korinther 15, 25) im Sinne hat, der Verfasser des Briefes an die Hebräer (1, 13) sic deutlich aussagt, ihm folgend die synoptischen Evangelien (Matth. 22, 44. Marc. 12, 36. Lucas 20, 42) sie mit midraschischer Ausdeutung darlegen, sie alle völlig rundlos, sie würden blos die Erkenntniß neu bestätigen, daß das Christenhum in der Atmosphäre des Midrasch entstanden, aus seinen Deu-

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