Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 4
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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294 Aus Briefen. nach der Aera der Verbannung aus Samarien zählen. Die so posilive Angabe imponirte selbst Munk (das. p. 545 unten). Ich erkläre jedoch auf das Bestimmteste, daß diese Angabe falsch ist, daß vielmehr Niemand hier etwas davon gehört hat; man kann im Gegenthcil positiv behaupten, daß sie wie wir ליציח־ו rechnen. Während des vergangenen Sommers besuchte mich auf dem Lande ein Jude ans Bochara, der über Afghanistan, Indien, Aegypten, Coustautinopcl u. s. w. hierher kam. Nach seinem Berichte — er war übrigens ein ungebildeter Mann — giebt es unter den bocharischen Juden wenig thalmudische Gelehrsamkeit, desto mehr kabbalistische; der Sohar und andere kabb. Schriften werden dort fleißig studirt. Von alten Mauuscripten erinnert er sich nur ein paar alte Exemplare von Mischneh Thorah des Maimonides gesehen zu haben. Er hatte ein etwa sechs Druckbogen starkes Heft, enthaltend religiöse Poesien und קינות in jüdisch-persischem Jargon, mit Quadratbuchstaben geschrieben, von verschiedenen unbekannten, nicht näher bezeichneten Verfassern herrührend. Er kannte nicht genau den Ursprung dieser Gedichte (Manches darunter war auch in Prosa), und er meinte nur, sie seien etwa vor 150—200 Jahren gedichtet. Er wollte diese Gedichte hier drucken lassen, fand aber Schwierigkeiten wegen der Ccnsur. Ich weiß nicht, was jetzt aus ihm und seinen Gedichten geworden ist. . . Unsere orientalische Facultät hat dieses Jahr folgende Preisaufgabe gegeben: Die jüdischen Nachrichten über die Chazarcn herauszugcben, zu übersetzen und mit Hülfe der Byzantiner, Russen und Araber über dieselben kritisch zu erklären. . . Die Inschrift auf der alten Synagoge zu Aleppo lautet nach der Copie eines dortigen Juden, der sie einem Juden in Mohilew mit-- gkthcilt hat, wic folgt: תאריך הרא אלחאיט שנת תק״מט לשטר1ת בנה אלאביאן הלל הכהן בר נתן בלא אגרא. Diese Wand sollte demnach im Jahre 237 n. Christi erbaut sein; da jedoch die Inschrift, wenn sie richtig gelesen worden, aus der arabischen Zeit hcrrührt, steht sie mit dem Datum in offenbarem Widerspruch. (Sollte etwa 'א statt N zu lesen sein, also 1149 der sel. Aera — 837 n. Chr.? G.) . . . Der alte Firkowitsch sitzt noch immer in der Krim mit seinen zahlreiche!: Kisten voll Manuscripte; die Samaritanica sind noch immer zugesiegelt.