Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 158)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ozav nechmad. 155 4. אוצר נהמד. Ozar nechmad. Briefe und Abhandlungen, jü-- dische Literatur betreffend, von den bekanntesten jüdischen Gelehrten. Herausgegeben von Ignaz Blumenfeld. Jahrgang I. Wien 1856 (VIII und) 182׳ S., II. 1857 (VIII und) 247 S., III. 1860 (VI und) 188 S., IV. 1863 (VI und) 214 S. 8. Diese periodische Schrift verdankt Entstehung und Erhaltung lediglich der uneigennützigen Hingebung des Herausgebers und der entgegenkommenden Bereitwilligkeit einzelner Mitarbeiter; für die Freunde dieser Literatur aber ist sie sicher stets ein witlkommner Gast. Es ist Vieles darin von gediegenem Inhalte mit dauerndem Werthe, wenn auch Ballast zur glücklichen Fahrt als nothwendige Zugabe mit ausgenommen ist, und die hebräische Form in gewähltem und angenehmem, doch nicht poetisirendem Ausdrucke hat für einen gewissen Kreis besonderen Reiz. Ein eingehenderes Urtheil über sämmtliche vier Bände habe ich seiner Zeit bereits an einem anderen Orte abgegeben*), und genügt cs hier diejenigen, welche an ״Wissenschaft und Leben" innerhalb des Judenthumö Interesse nehmen, auf diese liebliche Erscheinung hinzuweisen, die ihnen einen wahren Genuß gewähren wird. Die wichtigeren Abhandlungen werden uns noch Gelegenheit geben, besonders auf sie zurückzukommen; hier werde blos noch Einiges zum neuesten Bande bemerkt. Der Kommentar Luzzatto's zu Koheleth, eine Jugendarbeit von nicht erheblichem Werthe, bietet nur das Interesse, daß er von dem Gedanken geleitet wird, der Vcrf. sei dem Sinnengennsse ergeben und habe sehr bedenkliche religiöse Ansichten, und nur später vorgenommene Correcturen hätten die ärgsten Blößen des Buches verhüllt. Der Hauptbeleg für diese Ansicht ist schon oben Bd. I. S. 153 f., 157ff. besprochen; eine andere Corrcctur findet nun L. in Koh. 3, 12. Wenn cs dort heißt, es sei am Leben weiter nichts Schätzenswerthes als fröhlich zu sein und Gutes zu ״thun (ול^^ות)" während seines Lebens, so glaubt L., es habe wohl ursprünglich gelautet, Gutes zu ״sehen (ולראות)", d. h. zu genießen, eine Vermuthung, die allerdings durch den Zu- *) In der Zeitschrift der Deutschen morgen!. Gesellschaft Bd. XI. S. 335; das. S. 574f.; Bd. XIV. S. 741 ff. und Bd. XVIII. S. 648ff.