Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 147)
- Language
- German
- Belongs to
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144 Vit Die Schulen im Orient. Blättern, wie den Archive Israelites, dem Ben-Chanania und der Allg. Zeit. d. Judenth., zukommen ließ, bezeichnen den Stand dieser Schulen als in segensreicher Blüthe, und werden die wohlthätigen Folgen hervorgehoben, welche die Baumwolle-Cultur, durch den amerikanischen verwüstenden Krieg veranlaßt, für den Wohlstand und dadurch auch für größere Bildungsempfäuglichkeit erzeugt. Unsere Schulen, schreib: er in dem an mich gerichteten Briefe, sind wahrhaft erfreulich; die Prüfungen, die ich in diesen verschiedenen Anstalten abhielt, waren ungemein befriedigend. Wir erfreuen uns an der frischen Begeisterung des rastlos stre- Lenden Mannes und gönnen ihm den schönsten Lohn, den ein redliches Streben sinden kann, das Gedeihen seiner Aussaat zu erblicken. Wir wünschen diesem schönen Bemühen den glücklichen Erfolg, den es verdient, wir wünschen, daß unseren Glaubcnsbrüdern im Osten dadurch die Früchte einer reifen edlen Bildung zugeführt werden, daß Erkenntniß gepaart mit lauterer Religiosität unter ihnen heimisch werde. Wir würden auch alle Bedenken gegenüber solch reiner, in krästigcr Ausdauer sich bewährender Begeisterung verstummen lassen, würden der Entscheidung der Zukunft entgegenharren, wenn nicht so viele andere Unternehmungen sich rasch daran geknüpft hätten, bei denen wir gleichfalls nicht die Reinheit der Absichten bezweifeln wollen, wohl aber die Heilsamkeit der Erfolge, und von denen wir Verwirrung in der ganzen Auffassung der Ziele unsers heutigen Strebens befürchten müssen. Können alle diese verschiedenartigen Versuche von irgend einem dauernden Erfolge begleitet sein? Wenn blos mattherzige Klugheit eine solche Frage aufwirft, die nicht der Macht einer lebendigen Idee vertraut und blos die augenblicklichen Schwierigkeiten berechnet, so weisen wir dieselbe mit Recht verächtlich zurück. Wenn aber gerade umgekehrt eine ideelle Auffassung des großen Geschichtslebens sich mit dieser Frage an uns herandrängt, so müssen wir sie nach ihrem Wcrthe anerkennen. Die Eiitwickelung der Völker geht aus ihrem Innern hervor, sie kann nicht von Außen in sie hineingebracht, die Cultur kann nicht importirt werden. Wenn ein Volk auf der Stufe angelangt ist, auf welcher seine Geisteskräfte erstarken, der innere Drang in ihm geweckt ist, an den großen Fragen der Menschheit sich zu bethciligeu, Hand anzulegen an der eigenen wie an der Gesammt - Ausbildung, daun schafft es aus sich selbst, dann trägt cs geistige Mittel genug in sich, um in edler Selbstständigkeit seine