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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1864-01-01 · 1-2 · p. Seite 118

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
3 (1864-1865)
Issue
1-2
Date
1864-01-01
Page
Seite 118 (sequence 121)
Language
German
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118 II. Zur Geschichte >er Maßorah. Jedoch solche und ähnliche Einzelheiten beeinträchtigen den Werth dieses neuen Werkes nicht. Ein größerer Mangel hingegen ist, daß Hr. Dr. Fr. sich innerhalb des engsten Kreises maßorethischer Be- Lrachtung hält und jede Andeutung über die historische Entstehung der mancherlei seltsamen Erscheinungen, von denen berichtet wird, geschweige über die kritische Verwerthung der Angaben ganz und gar unterläßt, ja sie mit einer gewissen ängstlichen Scheu umgeht. Nicht allein, daß er selbst nicht nach kritischen Resultaten ausgeht, wie wir z. B. oben gelegentlich deren mehrere kurz vorgenommen haben, er gestattet sich nicht einmal die dürftigste Verweisung auf die neueren Verhandlungen über Scbirin, Mat'in (Einl.), große und kleine Buchstaben (Nr. 82—84), die Punkte über den! Worte (Nr. 96), die Khethibin welo Karjin und umgekehrt (97, 98), die Thikkun Soserim (168), die Klammerbuchstaben (179), die unsichern Satzverbindungen (194) und dergl., ja er möchte die kritische Bedeutung dieser historisch bezeugten Thatsachen abschwächcn, so daß er die Sebirin und Mat'in wie die Thikkun Soferim geradezu falsch erklärt. Aber nicht blos dogmatisches Vorurtheil oder Aengstlichkeit verweist ihn in diese Enge, sondern er unterläßt selbst die Hinweisung aus den grammatischen Hintergrund so mancher maßorethischen Mittheilung. Oder sollte ihm Nr. 216 ganz entgangen sein, was wir oben über die beiden Punctationssysteme Ben-Ascher's und Ben-Nafthali's kurz erläutert haben? So werden in Zusatz Nr. 10 die vier aufgezählt, Hr. Fr. bespricht die Stelle maßorethisch umsichtig; daß sie aber für die Erklärung von 1 Mos. 30, 15 besonders wichtig ist, daß die alte Thargumlesart mit der maßorethischen Angabe in Widerspruch steht, erfahren wir nicht. Daselbst Nr. 19 erhalten wir die drei לה, bei denen das Mappik im He fehlt. Daß diese Abschwächung ihren Grund darin hat, weil ein Wort unmittelbar darauf folgt, das den Ton auf der ersten Silbe hat, wird uns nicht ,angedcutet. Solche und ähnliche Verarbeitung der Maßorah bleibt aber doch immer der wesentlichste Nutzen der maßorethischen Uebcrlieferungen. Der Text, den wir mit ihnen ׳bezeugen können, bleibt immerhin ein verhältnißmäßig sehr junger, Vieles bleibt unter abweichenden Angaben streitig, Vieles ist in ihren Angaben höchst lückenhaft — wie Hr. Fr. selbst mit großer Gründlichkeit nachwcist — sei es, weil sie sich oft mit einem Alfabeth begnügten und die überzähligen Stellen zurückließcn — wodurch freilich die Maßorah Ge-

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