Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 1-2
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 5)
- Language
- German
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2 1. 7. Griechenthum. des griechischen Geistes als die Unterjochung der Völker unter seine Herrschaft. Aber mit ihm zog doch immer eine für jene Länder neue, wenn auch ziemlich veraltet gewordene griechische Bildung. Sein Reich überdauerte nicht sein Leben, es zerfiel mit seinem Tode, aber griechische Staaten erhielten sich dennoch in jenen Gegenden, zu denen auch Palästina gehörte. Das Begegniß Alexanders selbst mit dem jüdischen Volke ist ziemlich in Sagen gehüllt. Sein Auftreten erschütterte den ganzen Orient, sein Name strahlte überall und durch lange Zeiten; auch von dem jüdischen Volke wurde er nicht vergessen, er ward gefeiert als ein Herrscher, der den Inden nicht ungünstig gewesen, der sogar dem damals regierenden Hohepriester mit unterwürfiger Ehrerbietung entgegengekommen sei. Wie viel daran geschichtliche Wahrheit ist, wie viel die Sage verherrlichend hinzugefügt hat, vermögen wir heute nicht mehr genau zu bestimmen. Alexander selbst wirkte auf die Entwickelung des Judcnthums und des jüdischen Volkes sicherlich nicht ein, aber die Staaten, die aus seinem großen Weltreiche sich hervorbildeten und nun gleichfalls auf griechische Bildüng gegründet waren, hatten ihren Einfluß in verschiedenartiger Weise. Wenn zwei geistige Weltmächte aufeinander stoßen, wie Hellenenthum und Hebräerthum, wie griechische Bildung und jüdische Neligion, wenn zwei solche geistige, die Welt umbildende Mächte einander begegnen, so geht es sicherlich nicht ohne Neubildung vorüber, so wird, sei es im Kampfe, sei es Ln geistiger Durchdringung, immer ein neues Etwas erzeugt, es entstehen Schöpfungen, die den Charakter entweder beider in sich tragen, oder den überwiegenden des Einen, doch geschwängert in gewisser Weise mit dem Charakter des Anderen. In zwei verschiedenen Arten nun wirkte das Zusammentreffen des Griechenthums mit dem Judenthume. In Egypten, namentlich in Alexandria, der Stadt, welche von Alexander selbst als eine Freistätte gegründet worden, und die sich auch bald zu einer freien Stätte des griechischen Geistes erhob, in Egypten, einem Lande, das jedenfalls einen von Bildnngselementen tief durchfurchten Boden enthielt, wuchs die alte griechische Bildung, wenn auch nicht in verjüngtcr Gestalt, doch als ein gewisser Nachwuchs auf, sie verbreitete sich dort namentlich unter den Höherstehenden, unter den geistig Begabtercn. Die griechische Bildung wurde ein neues Lebenselement daselbst, ohne daß sie schöpferisch zu wirken, neue gesunde Erzeugnisse hervorzulockcn vermocht hätte. In dieser neuen griechischen Heimath Herrschte mehr Anlehnung an das Alte, gelehrtes kritisches Untersuchen