Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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138 Rkkenfloneil. Dekalog aus Deuteronomium, Jes. 39, Jer. 1, Ezech. 26. 27, Micha 4 mit eingehenden Anmerkungen und ferner solche zum ganzen Habakuk, den bereits Pinn er in lithographirtem Abdrucke als An- Hang zu seinem ״Prospectus" gegeben hatte. Voransgeht aber eine vollständige Darlegung des aus den Handschriften stch ergebenden abweichenden Punctations- und Accentuationssystems, das er in der deutschen Einleitung entwickelt. Im Wesentlichen ist dasselbe bereits von mir in der ״Urschrift" S. 485 ff., soweit es die Vocale betrifft, kurz dargestellt, und sind es blos wenige Puncte, in denen wir von einander abweichen und über die die Entscheidung noch zu treffen ist. Zu diesen unentschiedenen Fragen gehört besonders die über die Geltung des Zeichens in der babyl. Punctation, welches ich als Segol auffaffe, während P. es als kurzes Pathach betrachtet ohne die von mir a. a. O. S. 487 ff. gegebenen Beweise zu be! rücksichtigen. Jedoch erklärt sich dieses wie noch manches Aehnliche ans dem seltsamen Umstände, den der Vers. S. VII A. 8 zur Entschuldigung dafür anführt, daß er sich die Priorität einer Bemerkung vindicirt, die sich schon in ״Urschrift" findet, mit den Worten: ״Wir bedauern, dieses treffliche Werk nicht als Eigenthum zu besitzen, woher es kommt rc." Wir können hier nicht in das Detail des babylonischen Punctationssystems eingehen. Im Allgemeinen hält cs sich strenge an eine bestimmte Regelmäßigkeit, es hat die logische Konsequenz für sich; hingegen hat die palästinensische offenbar die Laute, wie sie im Leben der Sprache vernehmbar waren, in dem raschen mündlichen Verkehre sich verschoben und umbogcn, schärfer auszudrücken versucht. Später hatte dann noch kleinliche Sorgfalt Zeichen und Punkte in dieser herrschend gewordenen Punctation vermehrt. Für die geschichtliche Erkenntniß hat die genauere Feststellung dieser Thatsache, daß die Punctation in verschiedener Ausprägung der Zeichen, ja sogar in abweichender Wiedergabe der Laute hervorgetreten ist, einen hohen Werth; es löst sich so urkundlich die Starrheit des maßorethischen Textes, den man bis auf Vocale und Accente herunter von mancher Seite gerne wieder als unantastbar hinstellen möchte. Vocale und Accente wurden, wie Hr. P. richtig bemerkt, als eine Erklärung zum Texte gesetzt, wie man ihn eben damals auffaßte, und zwar zu einer Zeit, wo das Interesse an einer bestimmten Interpretation, die liebereinkunst über den Sinn, den man zuweilen mehr in ihn hincinzulegen als aus ihm naturgemäß zu entwickeln bemüht war, diese auch