Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 2 (1863)
- Issue
- 2 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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und der Fortschritt im Iudenthume. 83 er auch einige etwas bedenkliche Concessionen an die orthodoxe Dogmatik abweist, doch auch seinerseits decken und die Angriffe gegen die ״Anmaßungen des modernen Judenthnms" zu den sinnigen machen zu nn'issen. Herr M. nämlich wirft die Frage auf: ״Ist der Gott des biblischeu Jndenthnms ein Einziger oder ein Einiger?" Er entscheidet sich dahin, der Ausdruck אהד, welcher von Gott gebraucht werde, bedeute lediglich ״einzig" und nicht ״einig". Der mittelalterliche Jude habe sich auch bannt begnügt, nicht so ״das Jndenthnm der Gegenwart." Dieses wolle dem Christenthume, welches ״zu dem fronunbeschaülichen ein neues Element, das speculative, Hinzugefügt, diesen Vorzug nicht lassen, daß es in seinem Drei einigen sich einer tieferen Gotteserkenntniß rühmt." ״Die modernen Apologcten des Judcnthmns haben daher angefangen, ihren Einen den Einigen zu nennen." Das sei aber falsch, den kenne das bibl. Judenthum nicht. Diese Frage nun habe nicht blos ein theoretisches Interesse, sie hange vielmehr mit der Frage nach ״der Berechtigung eines inmitten der modernen europäischen Gesellschaft fortbestehenden Judcnthnms" zusammen. Und nun folgt ein Gerede, das seine Stelle in dem ״Nundschauer" einer gewissen Zeitung oder in einem Artikel des Wagner'schen Conversations-Lexikons würdig ausfüllen würde, aber in einer freisinnigen ״Prot. K.-Z." sich gar seltsam ausninnnt. Wenn auch, sagt nämlich Herr M., einige Juden Gvmnasiallehrer, Kreisrichter und vielleicht gar Gardelieutenantö geworden sind — wir können die edle Seele beruhigen, es ist in Preußen, und nun gar in Mecklenburg, dem Lande, wo Herr M. seine Heerde weidet, noch nicht so weit —, so bleibt doch die Eingliederung dieser ״ janus - artigen, modern - antiken, religiös - politischen, orientalischeuropäischen Nationalität" in ein modernes europäisches Volk nnmöglich. — Herr Krause endlich glaubt zwar, daß ״nicht alle Theologen und denkenden Christen gerade in der Ausbildung der Trinitätslehre einen besonderen Vorzug des Christenthnms erkennen werden", dennoch habe -es ״eine reichere und tiefere Gotteserkenntniß". Das Jndenthnm habe ״in seiner heil. Schrift von der Einigkeit Gottes im modernen Sinne des Wortes keine Ahnung". Die Behauptung des Gegentheils, fährt Herr K. fort, ist eine von den Amnaßnngen des modernen Judenthums, das seine nothdürftigen philosophischen Speculationen, durch welche es das alte Jndenthnm aufputzt, von den Zweigen des Christenthums gepflückt hat. Diesen 6*