Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 1 (1862)
- Issue
- 4 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Wolf: Geschichte der Juden in Worms. 275 böswillige schlechte Bezahler ״Vankröter" (S!07 f.). Wenn cs S. 13 Ende heißt, Kaiser Maximilian II. habe tu seinem ״ernstlichen B edro h n n g s sch rei b en " an die Stadt Worms vom 16. August!570 zugleich angczeigt, ״daß er der Stadt ein Verzeichniß der Beschwerden von Seiten des Bischofs und der Juden gegen sie, und zugleich auch ein Verzeichniß der Rechte und Privilegien, welcher sich die Juden erfreuen, zusenden werde", so ist Ersteres ungenau. Letzteres falsch. Der Kaiser bestehlt ihnen nämlich in der beregten Urkunde (Beit. X, S. 53) abermals, daß sie gänzlich wiederum abschaffen die ״Beschwerungen vndt Newcrungen, deren wir En ch n eul i ch er weil ain specificirte Verzeichnus zu kommen lassen". Also er hatte ihnen schon ein solches Verzeichniß zugesendet, er will es nicht erst thun. Von einem Verzeichniß der ״Rechte und Privilegien" ist gar keine Rede, und Herr W. scheint ein solches nur aus einer mißverstandenen Stelle in der folgenden Beilage XI erschlossen zu haben. Der Kaiser wiederholt nämlich unter dem 14. October d. I. seine Ermahnung, bezieht sich darauf, er habe schon oft befohlen, ״daß Ihr solche Ncwerungen, so Ihr gegen gemainer Judischait nun etliche Jahre anhero wider Ihre habenden freyheiten vndt Alt Herdringen (deren Euch auch ain unterschiedlich verzaichnuß vnlangst vberschickt worden) mit vnfügen vorgenambten, widerumb genzlieh abstellen . . . sollett". Das hier in Erinnerung gebrachte Verzeichniß enthielt die unberechtigten ״Newerungen", keineswegs aber die ״habenden freiheyten vndt Alt Herdringen" der Inden. — Auch wenn Herr W. S. 10 hervorheben zu müssen glaubt, es werde in zwei Urkunden des Kaisers Matthias vom 6. Mai 1615 zum ersten Male berichtet, daß bei der, von Seiten der Bürgerschaft vorgenomntenen gewaltsamen Austreibung der Juden der Magistrat sich dieser angenommen habe, so hat er den diplomatischen Winkelzügen weit mehr geglaubt, als selbst der Kaiser. Dem Magistrate selbst schreibt dieser zwar (S. 65): ״Nun haben wir zwar gern vernommen, das Ihr als der von vnns nachgesetzte Magistrat, Euch die Abwend, vndt stitlung vorberürter vngepür, so viel in Euren krafften vndt vermögen gewesen, eure m bericht nach, angelegen sein lassen re." Er w ill ihrem Berichte glauben, um sie aufzufordern, daß sie nach dieser ihrer berichteten Gesinnung weiter verfahren sollen. Dem Churfürsten, Pfalzgrafen und Bischof zu Speyer, die er als Untersuchungs- Commission einsetzt, schreibt er jedoch an demselben Tage, sie sollten über den Vorfall begründete Erkundigung einziehen ״mit Zuziehung