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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 2 (1862) · p. Seite 139

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
2 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 139 (sequence 55)
Language
German
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Popper: SLifLshüLte. J39 gründung frug, und als man eine solche aufsuchte, begnügte n!an sich mit einer oberflächlichen Anlehnung und kam später in unkritischer Weise auf die alte Begründung zurück, die noch in der Erinnerung lebte. Fragen wir, welches denn die sieben Buchstaben seien, die spater noch hinzugefügt worden, so habe ich Dies in meiner ״Urschrift" S. 466, ganz unabhängig von der gegenwärtigen Untersuchung, bereits beantwortet. Das Wort ובהמתך in V. 9 (10) ist ein aus dem Deuteronomium entlehnter Zusatz, den das jcrus. Thargum nicht hat, der wahrscheinlich der Mechiltha nicht Vorgelegen, den der samarit. Text, dessen arab. Uebersetzung und die Vulgata ohne das Waw copulativum hat. Fehlte noch in V. 13 (14) das Waw vor ושורו wie im Deuteronomium, so enthält der Dekalog sieben Buchstaben weniger. Das ״und Dein Vieh" hinznzufügen, dazu fand man sich veranlaßt, um das Arbeitsverbot am Sabbathe auch auf dieses auszudchnen, allein dieser Zusatz charakterisirl sich wiederum sprachlich als ein späterer. Im Charakter der alten Sprache liegt es nämlich, nicht im Allgemeinen vom Viehe zu sprechen, sondern die einzelnen Gattungen zu bezeichnen; wird vom Neichthume gesprochen, so werden vorzugsweise Rinder und Schafe genannt, sollen die Arbeitsthiere bezeichnet werden, so wird ausschließlich Ochs und Esel genannt, vgl. z. B. 2 Mos. 23, 4. 5 Mos. 22, 1. 4. Die Art des Samaritaners ist es bekanntlich, daneben noch durch ״und alles Vieh" zu generalisiren, und auch unser Text hat sich von solchem Zusätze, namentlich bei Segnungen, z. B. 5 Mos. 7, 14. 28, 4 nicht frei gehalten, und auch sonst wie 2 Mos. 22, 9 (10). Es tritt hier wieder die Verwandtschaft der Schlußredaction unseres Textes mit der des Samaritaners hervor, wo jener sparsamer, dieser aber in peinlicher Consequenz verschwenderisch umgeht, dadurch jedoch auch Helle Schlaglichter auf die durch Jahrhunderte fortgefnhrte Arbeit der Ergänzung wirft. Um jedoch die Gränzcn einer Anzeige nicht zu überschreiten, muß ich der naheliegenden Versuchung widerstehen, die Anwendung der Grundsätze, auf welchen diese Schrift errichtet ist und mit denen ich im Wesentlichen vollkommen übcreinstimme, weiter auszuführen, und will nur noch der Recenscntenpflicht genügen, auch auf einen Irrthum des Vers, hinzuweisen. In Betreff der Erwählung des Oholiab ben Achisamach aus dem Stamme Dan weist der Verfasser S. 198 darauf hin, daß ״die Daniten überall als vorzügliche Kunstverständige, besonders Bilderschnitzer gelten". Allein die Belege da-

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