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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1863-01-01 · 1 (1863) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
2 (1863)
Issue
1 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 2 (sequence 5)
Language
German
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2 1. Dr. Alexander Haindorf. sich dann als praktischer Arzt in seiner Heimat nieder, zuletzt, um Das Jahr 1815, in Münster, wo er auch an der Akademie die Stelle eines Professors der Medicin und Chirurgie bekleidete, bis im Jahre 1847 die chirurgische Lehranstalt daselbst aufgehoben wurde. Nebenbei war derselbe auch schriftstellerisch in seinem Fache thätig. Aber nicht nur seinen körperlich leidenden Mitmenschen wollte Haindorf ein helfender Arzt sein, wie er dies in allen Beziehungen unverändert und in aufopferndster Weise gewesen, sondern auch in geistiger Hinsicht bestrebte er sich, seinen Glaubensgenossen ein heilender Arzt zu werden, und führte er diese seine Absicht durch Gründung des eben genannten Vereins in einer Weise ans, daß sein Name in gesegnetem Andenken bei allen Israeliten Westphalens und Rheinlands lebt und einst wie ein Heller und schöner Stern in den Annalen der jüdischen Geschichte unserer Zeit glänzen wird. — Veranlassung zur Gründung des Vereins gab eine Aufforderung des im Jahre 1825 in Minden von einigen dortigen Israeliten gestifteten ״Vereins zur Beförderung von Handwerken unter den Inden", dessen Thätigkeit sich über den Regierungs-Bezirk Minden erstreckte, welcher Verein sich aber später, als besondere Commission, dem in Münster gestifteten anschtoß und im Jahre 1834 in diesen völlig aufging. Dieser an den Professor Haindorf gerichteten Aufsorderung, in Münster ebenfalls einen solchen Verein zu gründen, kam derselbe sofort bereitwilligst entgegen, verband aber damit gleich Anfangs, 1825, die Idee, eine Schule zu gründen, in welcher arme und verwaiste Kinder unentgeltlich unterrichtet und künftige Lehrer für die israelitischen Gemeinden ausgebildet werden sollten. Haindorf berief eine Versammlung der wenigen damals hier wohnenden Jsraeliten, legte denselben seinen Plan vor und begeisterte sie zur thätigsten Theilnahme und Mithilfe. Assistenten wurden demselben beigegeben, Statuten entworfen und die Regierung so wie der Oberpräsidcnt um Bestätigung und Empfehlung des Vereins gebeten, die auch gern gegeben wurden. Die Seele des Ganzen war aber der unermüdlich thätige Haindorf; denn die gewählten Assistenten konnten wenig in dieser Sache leisten, und überließen bald Alles allein dem bei den Einwohnern und Behörden in hohem Ansehen stehenden Haindorf, der auch mit einer namhaften Summe den Verein unterstützte, der Schulanstalt als Direktor und Lehrer Vorstand, die Correspondcnz mit den höheren Behörden und nach Außen leitete, die Anstellung von Lehrern besorgte u. s. w. Zu größter Förderung

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