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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1862-01-01 · 1 (1862) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
1 (1862)
Issue
1 (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 8 (sequence 11)
Language
German
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8 i. Der Boden zur Aussaat. digen Anhauch, gegen jede innere Entwickelung. Viele wiederum sind nicht so engherzig, um sich gegen den innerlich treibenden Geist abschließen zu wollen, sie haben nicht den Muth, sich gegen ihn absperren zu können, sie möchten gerne vermitteln, möchten hier der Starrheit einen unantastbaren Boden, dort der Bewegung ein freies Plätzchen einräumen, und sie werden des Glaubens wie der Wissenschaft falsche und ohnmächtige Freunde. Beide sind heftige Gegner gegen alle ächten Bestrebungen des vollen Geistes; die Wissenschaft wird von ihnen verdächtigt, sie hat sich dieser Verdächtigung zu erwehren, und sie wird sich deren erwehren. Aber auch nach Außen wird die jüdische Wissenschaft ihren ernsten Kampf zu bestehen haben. Die christliche Wissenschaft bestreitet dem Judenthum ein jedes Recht seines Bestehens von der Zeit an, da das Christenthum in die Welt getreten isU Seine nachchristliche geistige Arbeit und Entwickelung ignorirt sie vornehm als ein verfehltes und verkehrtes Treiben, seine vorchristliche Wirksamkeit ist ihr nur eine Vorbereitung für das Christenthum, aus diesem Gesichtspunkte nur erfaßt sie die Quellen des Judenthums, die Bibel. Indem sie sich so die Erkenntnis' dieser Quellen nach ihrer selbstständigen Eigenthümlichkeit verschließt, entzieht sic sich auch die Mittel, die spätere Fortbildung zu einer Aufhellung der früheren Erzeugnisse zu benützen, sic will cs nicht anerkennen, daß der Geist, welcher die Bibel hcrvorgcrufen, auch später noch bei deren Aufbewahrung und Gestaltung wirksam war, sie kennt die späteren geschichtlichen Zeugnisse nicht über die mannichfachc Arbeit, die für sie thätig gewesen, bis sie in der Gestalt sich fcstgestettt hat, in welcher sie nun uns vorliegt. Sie begnügt sich mit den dürftigen Brosamen, die ihr eine frühere minder engherzige Gelehrsamkeit zuwirft, und nennt die Trauben sauer, die ihr zu hoch hängen. Es kommt daher nicht selten vor, daß sie mit den unbegründetsten Vornrtheilen an die Untersuchung geht, als wären es feststehende wissenschaftliche Ergebnisse; cs kann nicht fehlen, daß sie bei der Behandlung der biblischen Bücher diese nicht aus deren innerstem Mittelpunkte beleuchtet, sondern mit fremdartigen Vorstellungen sich ihr nähert. Sie erscheint dann als der Fremdling, der, weil er mit dem eigenthümlichen Geiste unbekannt ist, sich in den natürlichen Entwickelungsgang nicht hineindcnken kann und die seltsamsten Combinationen über Entstehen und Werden anstcllt. Die jüdische Wissenschaft wird die vielfach verdienstlichen Arbeiten und Ergebnisse christlicher Gelehrten nicht ver-

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