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Central-Anzeiger für jüdische Litteratur · 1890-09-01 · Heft 5-6 (September 1890) · p. Seite 139

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Journal
Central-Anzeiger für jüdische Litteratur
Volume
1 (1890)
Issue
Heft 5-6 (September 1890)
Date
1890-09-01
Page
Seite 139 (sequence 43)
Language
German
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er in dem von Jellinek gegründeten Beth-Ha-Midrasch einzelne Vorträge, die sich einer grossen Theilnahme zu erfreuen hatten, auch regelmässig solche über jüdische Geschichte und Predigten in dem von ihm mitbegründeten „Verein der Rabbinats-Kandidaten". In Wien konnte man ihn zumeist in den Bibliotheken arbeitend finden; er sammelte dort ein sehr reichhaltiges litterarisches Material. Von Wien austrat er in wissenschaftliche Verbindung mit Abraham Geiger, in dessen jüd. Zeitschrift der Artikel „die Alabarchen" zum Abdruck gelangte. Nach absolvierten Universitätsstudien (er promovierte in Leipzig auf Grund einer Arbeit „Die Römischen Kaiser im Talmud und Midrasch") wurde er von der aufstrebenden Gemeinde Bisenz in Mähren als Rabbiner berufen. Dort wirkte er mit jugendlicher Begeisterung und geben seine Predigten, (1. Sammlung, Leipzig bei Oscar Leiner 1869, 204 S.) Zeugnis von seiner reichen Begabung auf dem homiletischen Gebiete*). Dort entfaltete er eine reiche litterarische Thätigkeit. Er arbeitete mit an Zeitschriften: Hammagid (Lyck), Halebanon (Paris), Geiger's jüd. Zeitschrift, Frankels Monatsschrift, Neuzeit, Jahrbüchern von Wertheimer. Im Jahre 1870 erhielt er einen Ruf als Rabbiner der israelitischen Gemeinde nach Frankfurt a. M. Hier begann er, die Schätze seines Wissens zu entfalten in den, fast ohne Mitwirkung herausgegebenen Jahrbüchern (Bd. I—IX bis 1890). Seinen Beruf fasste er sehr ideal auf. Seine Predigten, durchglüht von prophetischem Geiste, geschmückt mit Blumen reicher Gelehrsamkeit, wirkten begeisternd. Von den vielen gedruckten einzelnen Reden seien hier nur erwähnt: die durch den Vorstand der Gemeinde veröffentlichten „Reden, gehalten am Neujahrsfest und Versöhnungstage des Jahres 5638 (1877)" Frankfurt a. M. 1878 (39 S.), ein Denkmal seiner Gesinnungshoheit, und weisen wir ausser dem auf die vielen, in den „Monatsblättern" erschienenen Predigten hin. N. Br. hat einen reichen litterarischen Nachlass zurückgelassen. In Wort und Schrift war er schlicht und bescheiden, aber von seltener Entschiedenheit und Festigkeit in der Gesinnung. Er hatte den Mut, seinen Ueberzeugungen offenen Ausdruck zu geben. Die Bearbeitung von Zunz's gottesdienstlichen Vorträgen war sein letztes Werk, *) Daselbst erschien seine, aus Anlass der glücklichen Entbindung Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth, am 3. Mai 1868 im isr. Tempel zu Bisenz gehaltene Rede (8 S.).

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