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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 131

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 131 (sequence 137)
Language
German
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131 IV. Einiges zur inneren Geschichte des Reschgolats. Das pers. Reschgolat ist, wie schon erörtert,1) hervorgegangen aus der angesehenen Stellung, die die david. Familie in Babylon seit alter Zeit einnahm, indem dieselbe von den Parthern teils wegen geleisteter Dienste teils, um dadurch die Juden fester an das parthische Interesse zu ketten, zum staatlich sanktionierten Häuptlingsgeschlecht erhoben wurde. Der jüd, Vasallenfürst mit dem Titel ריש גלות^א erhält die שלטנותא דבי מלך, wie der technische Ausdruck lautet2 3), wurde vom Perserkönig mit der Obergewalt belehnt. Dieses Verhältniss blieb im Wesentlichen auch unter den Sassaniden (nach 226), wenn man von den vereinzelten Verfolgungen des Jezdegerd II. und Peroses absieht, von Shäpür I. (241—272) an unverändert dasselbe, nur dass das Band zwischen König und Fürsten bei dem national religiösen Charakter dieser Dynastie weit weniger eng war. Die Macht des Fürsten wurzelte einerseits in der vom König ihm über sein Volk verliehenen Amtsgewalt, anderseits in der Liebe dieses Volkes zu seinem angestammten Fürstenhaus und in der Erblichkeit der Fürstenwürde im Geschlecht David. Was sein Verhältnis zu ersterem betrifft, so wurde er geradezu als Beamter2) des Grosskönigs betrachtet. Welche Pflichten er der Krone gegenüber als solcher hatte, wird nirgends gesagt. Da er gewiss vornehmlich, wenn nicht 1) Siehe das II. Kapitel dieser Arbeit ״Ursprung des Reschgolats״ Seite 54—62. *) Scherira in Juch. 88a. 3) Cf. die oben Seite 67 Anm. 1 angef. Stelle aus einem Gutachten Scher/s bei Aruch s. v. קמר n. 3 ed. Lemb. 120b «קמרא חמרה שחוגרין והיו.ומשמשי מלכים לובשין אותה.אותרה באבנט ראשי גליות רגילין ללבוש חגורות ראינון קמרי ולעמוד לפני מלכי פרסיים ״ עד סוף מלכורז פרס"Kemora ist ein Schurz . . den die Beamten der Grosskönige tragen.u. die Reschglutha’s pflegten solche ״Kemora״ genannte Schürze anzulegen, und so zu stehen vor den Perserkönigen bis gegen Ende des Perserreiches.״ Ueber die Kemora s. unten S. 137. 0*

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