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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1890-01-01 · X. (1890) · p. Seite 87

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
X. (1890)
Date
1890-01-01
Page
Seite 87 (sequence 93)
Language
German
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87 wesentlich zu stärken, so scheint diese Hoffnung nicht in Erfüllung gegangen zu sein. Je mehr sich das Ansehen, das die palästinensischen Schulen bisher in Babylonien genossen hatten, in höherem Masse auf die einheimischen Theologen übertrug, wurde das Principat durch deren viel direktere, weil nicht durch räumliche Entfernung geschwächte Wirksamkeit, immer mehr auf die weltliche Amtsgewalt beschränkt. Zu dem Hofe des Perserkönigs unterhielten sie stete Beziehungen, deren Hofstaat wie andere Eigentümlichkeiten sie gleich den Satrapen des Königs kopierten, natürlich in verkleinertem Massstabe. *) Bei der bald in bewundernswertem Grade entwickelten Vertiefung und Ausbreitung der Religionswissenschaft und der fast völligen Untrennbarkeit des kirchlichen vom staatlichen in der jüdischen Verfassung musste auch seine Thätigkeit als weltlicher Beamter, soweit dieselbe mit dem jüdischen Religionsgesetz zusammenhing, ein ungewöhnliches Wissen erfordern, das zu erwerben der jüdische Fürst weder Lust noch Fähigkeit haben mochte. Die eigentliche Verwaltung blieb also mehr und mehr seinen Beamten überlassen,1) während der Fürst für das Volk, wie seine Lehnsherrn, die Grosskönige, fast unzugänglich und beinahe stets in seinen Palästen verweilte,x) die er nur selten und nie ohne fürstliches Gefolge verliess und in denen er nach Möglichkeit in Luxus und Ueppigkeit inmitten eines glänzenden Hofstaats schwelgte.x) In dieser Beziehung mag Huna II. das Vorbild für die späteren Exilarchen gewesen sein. Im Talmud kommt er niemals vor,2) wenigstens wird sein Name nie in demselben genannt. Einige anonyme Exilarchen 2) sind 1J Alles Nähere siehe unten Kap. IV. 2) Chulin 59a (s. S. 88 A. 1), Baba Kamma 59b, Pes. 76b, Sehabb 58a (darüber S. 88 Anm. 2). Rut rabba 44 b fragt der Exil. Huna den R. Chisda nach dem Sinne von Jecheskei xxi, 31 “״הסיר המצנפרה והרים העמדה• Im Talmud dagegen (Gittin 7 a) führt R. Chisda, als der (ungen.) Exilarch ihn und seinen Collegen R. Huna um die Erklärung des Verbotes des Hochzeitskranzes ersucht, diese Stelle in Jecheskei hierfür an, giebt also eine ändere Deutung derselben (die in Rut r. s. das.). Vielleicht hat nun Rut r. den Namen des im Talmud nicht genannten Fürsten aufbewahrt. Es wäre dann Huna II. Gittin 7a gemeint, der z. Z. R. Huna’s (geb. 212 gest 297) und Chisda’s (217—309) blühte. Höchstwahrscheinlich ist indes hier die-

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