Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- X. (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2418846-2418861--1778-2420673- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wenn es auch als solches in unseren dürftigen Quellen nicht genannt wird, seine förmliche Anerkennung als Lehnsfürstenfamilie der partischen Krone mit seiner fast unbeschränkten Herrschaft über die parth. Juden verdient haben. Damit stimmt auch, dass, wie wdr im folgenden Abschnitt sehen werden, in dieser Zeit oder nur wenig später die ersten sicheren Spuren eines seit kurzem bestehenden (diesen Eindruck erhält man aus den betr. Nachrichten) babyl. Principats auftauchen.1) III. Aeussere Geschichte des Exilarchats. Wie für alle Völker erst dann eine Geschichte beginnt, wenn die schlummernden Geister erwacht sind zu regerer geistiger Arbeit, so ist auch die Geschichte der Juden Baby- *) Unten S. 69, 70 f. Wenn die oben S. 55 ff. zus. gest. Sagen, die den Ursprung des Reschgolats in eine viel frühere Zeit verlegen, nicht ganz aus der Luft gegriffen sind, so mag ihnen der Umstand zu Grunde liegen, dass das um 50 v. (s. oben S. 58 f.) nachzuweisende babyl. david. Geschlecht wohl stets eine hochgeachtete Stellung unter d. Juden innehatte, (oben S. 58), vielleicht als eine Art Obersteueramt für die bei der Unmöglichkeit, einzelne Beträge nach Jerusalem zu befördern, gewöhnlich von den Einzelnen eingezogenen und in Nehardea, der Residenz d. Reschglutha (unten S. 166) aufgespeicherten Stempelsteuern (cf. Jos. ant. 18, 9, 1). Siehe Jost IV, 266. Dass aber mindestens vor der Tempelzerst. eine Behörde mit der officiellen und allgemein anerkannten Autorität des Reschgolats noch nicht bestand, beweist das Schweigen des Josephus, der mit den babylon. Juden in so engen Beziehungen stand, dass er eine ausdrücklich für sie bestimmte Auflage s. Werks ״de b. J.a in aramäischer Sprache veranstaltete (״De b. Jud.u Einl.), der also, was auch sonst zweifellos wäre, ihre Zustände genau kannte u. ein solches Amt hätte bei der Erzählung von den Versuchen, unter Hyrkan II, wie unter Anilai und Asinai ein unabhängiges Fürstentum zu begründen (S. 59 f.) nennen müssen. Der Urspr. dies. Würde fällt also zwischen 70 u. 140 n. Keiner ernsthaften Widerlegung bedarf die Auffassung ders. als einer von den Brie Bethyra ausgegangenen Reaktion gegen das um c. 50 v. nach Verdrängung der letzteren entstandene paläst, Patriarchat, welche diesem bald gefolgt sei. (Cf. Crochmal ״Scholien“ S. 15 ff.) Späten Urspr. des Amtes nimmt auch Jost ״Gesch. d. Judentums u, s. Sekten“ II, 130 ff. an.