Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- IX. (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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29 annehmen könne. Za wiederholten Malen nach dem Grande befragt, erklärte er dass der Knabe an einem Tage des laufenden Jahres heftig verlangen werde, sich taufen zu lassen, doch werde er für Immer davon abstehen, wenn man ihm an diesem Tage eine Freude bereiten werde. Die Eltern sollen dafür sorgen, dass der Knabe in einem Gemache oder in einem Kelleraume, aus welchem man auf der Strasse nichts hören könne, unterrichtet werde und bis zu jenem Tage nicht aus dem Hause gelassen, ja nicht einmal in die Synagoge geschickt werde. Die Eitern thaten wie ihnen gesagt wurde. Eines Tages sagte nun der Knabe zu seinem Lehrer: Ich kann nicht lernen und will nicht lernen, und verlangte, als der Lehrer die Eltern und Verwandten herbeirief, nach einem Geistlichen, der ihn taufen sollte, er wollte dafür wirken, dass die Juden, die die Lehre Jesu vernichten wollen, ausgerottet werden. Da alle Gegenmahnungen erfolglos waren, wurde der Knabe gebunden und diesen ganzen Tag und die Nacht über allein im Keller gelassen. Morgens bat er die Eltern weinend, ihn zu dem frommen R. Jehuda zu führen. Er legte sich Busse auf und schlief seitdem nie auf Kissen. Später wurde er Rabbiner in seiner Vaterstadt. (Maasse-Buch 53 c — 54 a.) 18. Einst sah R. Jehuda d. Fr., als er beim Fenster stand, von ferne einen Juden rasch seines Weges dahingehen. Er beauftragte einen seiner Schüler, diesem rasch entgegenzugeher, einen Streit mit ihm anzubinden, ohne ihn jedoch nach der Ursache seines eiligen Ganges zu fragen und nicht eher wiederzukommen, als er ihn rufen lasse. Der Schüler holte den Juden ein und fragte ihn, wohin er gehe. Dieser verweigerte jede Auskunft, sie gerieten nun in einen Wortwechsel, aus welchem sie bald zu Thätlichkeiten übergingen. Nach einer Stunde liess R. J. den Schüler rufen, auch der Jude stellte sich bald ein und gestand, dass er gerade im Begriffe war, die Taufe zu nehmen. (Maasse-Buch 54 a.) 19. Einst kam ein getaufter Jude, der Schuld war, dass mehrere seiner früheren Glaubensgenossen hingerichtet wurden, zu R. Jeh. mit dem Verlangen, dass er ihm, nachdem er sein Sündenbekenntnis bei ihm abgelegt hätte, eine schwere Busse