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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1887-01-01 · VIII. (1887) · page 55

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
VIII. (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 55)
Language
German
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50 nannten Stätigkeit enthaltenen, die Juden betreffenden Gesetze1) waren zum Teile schon im 15. und 16. Jahrhundert eingeführt worden (S. 528). Der erste Rabbiner, der in den heimischen Urkunden genannt wird, ist Meister Anselm, der an der Spitze der Gemeinde (universitas Judaeorum) stand (S. 532) 2). Von 1311 an wurden Juden regelmäszig in das Bürgerbuch eingetragen, indem sie das Bürgerrecht unter gleichen Bedingungen wie die Christen erwerben konnten (S. 533). Den Metzeleien der Geiszierbanden (1349) fiel auch die jüdische Gemeinde in Frankfurt a. M. zum Opfer, deren Neubegründung wol kaum vor 1360 begann (s. S. 537 ). Von 1360 an finden sich in den Büchern, in denen die städtischen Jahreseinnahmen־ und Ausgaben verzeichnet wurden, Listen der jüdischen Haushaltungen nebst Angabe der Steuer, die sie zu entrichten hatten. Dadurch, dass auch die Rabbinen und zwar mit hohen Summen zur Steuer herangezogen wurden, sind die Namen einiger derselben bekannt geworden. 1412 war Anselm der Sohn des Fyfis (ויבש ) Rabbiner (S. 543), 1424—1431 Simon von Nürnberg (das. u. S. 559), dem 1429 gestattet wurde, zwanzig Studenten zu halten, 1447 R. Natan (S. 568), 1466 Simon (v. Mainz seit 1463 s. S. 560), 1484 Aberliep. Nach der Vertreibung der Juden aus Nürnberg (1498) haben viele derselben allmählig in Frankfurt a. M. sich niedergelassen, obwohl in den Verzeichnissen aus dieser Zeit (1498—1505) nur drei Juden von Nürnberg ף Die von Mathias V. im Jahr 1617 siguirte Stätigkeit wurde unter Ferdinand II und 1661 von Leopold unter Hinzufügung einzelner Begünstigungen bestätigt. 2) In dem Memorburclie von Kochendorf (geschrieben 1732 von Israel b. Ahron aus Dürkheim a. d. Haardt), das mir jüngsthin zur Einsicht vorlag, fand ich in dem Verzeichnisse von Gemeinden und Persönlichkeiten, die von den Verfolgungen des ersten Kreuzzuges (1096) betroffen wurden, auch Ephraim b. Tamar, Rabbiner in Frankfurt a. M., genannt (s. Ad. Brüll populär-wissenschaftl. Monatsbl. VI, 132). Die betreffende Stelle lautet, קהלת פראנקפורט ויושביה והרב ר' אפרים בר תמר ובני ישיבהו Nach einer Mitteilung Neubauers ist die Quelle Zunz’s (Litrgesch. S. 618 No. 26, 20) ebenfalls ein Memorbuch, in welchem jedoch nicht erwähnt wird, dass Ephraim b. Tamar Rabbiner in Frankfurt war.

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