Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VIII. (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Die epistolarischen Apokryphen und die apokryphischen Zusätze zum Buche Daniel. Die Schriften, die wir in der Sammlung der alttestamentliehen Apokryphen antreffen, sind in der Gestalt, in der sie uns hier vorgeführt werden, sicherlich zunächst nur in den Kreisen der judäischen Glaubensgemeinde bekannt geworden, denen das Griechische bereits zur Muttersprache und zum Organe litterarischer Darstellung geworden war. Man hat allen Grund zu der Annahme, dass dieser Nachwuchs des bibli sehen Schrifttums, der unter der Sonne griechischer Geistesbildung herangereift ist, zum gröszten Teile alexandrinischem Boden entstamme, wenn auch seine eigentlichen Wurzeln in dem heiligen Lande zu suchen sind. Dass Aegypten das Vaterland oder doch wenigstens die Adoptivheimat dieses Schrifttums war, ist aus einzelnen That- Sachen zu ersehen, die nur dadurch ihre Erklärung finden. In dem Prologe zu dem Spruchbuche Sirach’s bemerkt der Enkel des Verfassers, der dasselbe aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt hat, ausdrücklich, dass er diese Arbeit erst nach seiner Ankunft in Aegypten unternommen habe, woraus sich mit Sicherheit darauf schliessen läszt, dass dieses Werk erst von dort aus seine weitere Verbreitung gefunden hat. Einen noch deutlicheren Beweis für den alexandrinisehen Ursprung der Apokryphensammlung liefert uns das zweite Makkabäerbuch. Das Geschichtswerk des Jason von Cyrene, als dessen Auszug es sich darstellt, war in griechischer Sprache verfasst. Der Epitomator kann nur ein alexandrinischer Jude gewesen sein. Die alexandrinische Heimat dieser Schrift verrät sich indessen auch noch durch ein äusserliches Moment, das deutlich darauf hinweist. Es ist nämlich nicht zu verkennen, dass derselben