Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- VII. (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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10 der Davidssohn sehnlichst herbeigewiinscht wurde — musste man, da er als der Ahne der Zukunftsdynastie erschien, dieselbe erblich machen. Von da ab konnte aber nicht mehr der geistige Schwerpunkt des Judentums in ihr ruhen, da die Träger der Nassi-Würde durch Geburt, nicht durch Fähigkeit, zu ihr gelangten, dafür war aber ihre politische Bedeutung gestiegen. Sie repräsentirte den Königsstamm des Davidischen Hauses, währenddem die geistige Führerschaft auf die Nachfolger der Synhedrial- Präsidenten übergieng. So standen die Dinge wenigstens, als gleichzeitig mit dem Aufhören der politischen Selbständigkeit Judäas die Gelehrten in Jabneh einen neuen Sammelpunkt fanden. R. Joehanan b. Sakkai hatte es bei den Römern erwirkt, dass der ״Geschlechtsstamm des Rabban Gamaliel“ erhalten und die Gelehrtenstadt Jabneh verschont bleibe1). Das Volk hatte nun einen Erbfürsten aus dem Hause Davids als das geistige Oberhaupt, als der Präsident des zur Lehrakademie gewordenen Synhedriums wurde R. Joehanan angesehen 2). Nach seinem Tode suchte der damalige Erbpatriarch R. Gamaliel, der eine Autorität auf dem Gebiete der Gesezeskunde war, auch die letztere Stellung mit seiner Würde zu verbinden, begegnete aber in diesem Streben dem freilich anfangs nur schüchtern hervortretenden Widerspruche des Lehrcollegiums, bis schliesslich durch die Erwählung des einem angesehenen Priestergeschlechte entstammten Elasar b. Asarja zum Mitpatriarchen das ehemalige Duumvirat in anderer Form wieder hergestellt wurde. In der Zwischenzeit ist nun wahrscheinlich zuerst der Versuch gemacht worden, Akabja b. Mahalalel zum Ab Bet-din an Stelle R. Joehanan b. Sakkai’s zu wählen. Desgleichen mag damals wol auch R. Chananja, der vor der Zerstörung des Tempels ein hohes Priesteramt bekleidete und im Besize alter Traditionen war, für diese Stellung designirt gewesen sein, da, wie es sich eben bei der Wahl des R. Elasar b. Asarja zeigte, edle Abstammung besonders in Anschlag gebracht wurde. Eine von M Git. 56 b. 2) Man begreift danach, warum die drei (Sab. 15a) genannten Nachfolger Hillels in der Patriarchenwürde nicht als Träger der Tradition namhaft gemacht werden.