Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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- Origen 1× ep/1025440
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2 r; '־.* *V.r י das der Verurteilten zur Richtstätte nachgeht, tritt ein bisher unbeachtet gebliebener Jüngling hervor, spricht seine Entrüstung über das in so leichtfertiger Weise gefällte Verdammungsurteil aus und versteht es durch sein eben so kluges als mutiges Auftreten den Verläumdern die Maske der Ehrlichkeit vom Gesichte zu reissen, ihr boshaftes Intriguenspiel aufzudecken und so einen Mord unter dem Schuze des Gesezes zu verhüten. Durch dieses überraschende Gemälde, das auf dem letzten Blatte unseres Buches sich entrollt, erhält die Erzählung, die in kurzem Gange an schroffen Gegensäzen vorübergeführt und daher den Leser in eine unruhige Spannung versetzt hat, einen befriedigenden, versöhnenden Abschluss. Man hat schon im dritten Jahrhunderte, als die Susanna-Schrift schon weithin in der Kirche als kanonisch anerkannt war, an der Wahrheit und Geschichtlichkeit dieser Erzählung gezweifelt. ״Eine anmutige, aber junge und erdichtete Geschichte“ *) nennt sie Julius Africanus in einem Schreiben an den gelehrten Kirchenvater Origenes, und häuft Beweise auf Beweise, welche die Richtigkeit seiner Behauptung darthun sollen. Sie macht in der That ganz denEindruck, als ob sie jedes historischen Characters entbehrte. Man glaubt aus ihr irgend ein hübsch erfundenes Mährchen herauszuhören oder im besten Falle simple Moral, die im erborgten Gewände geschichtlicher Darstellung den Leser mehr anmutet, als wenn sie den Schein verschmäht und mit eigenem Lichte auszureichen glaubt. Man kann, wenn man sich aus dem Buche Hiob die Dialoge, d. i. seinen wesentlichen Inhalt, hinwegdenkt und nur die dürftige Einkleidung, von der sie umgeben sind, in Betracht nimmt, fast eine Aehnlichkeit derselben mit der Darstellung der Susanna- Geschichte herauserkennen. Der Gang der Handlung ist in beiden Erzählungen der gleiche, der Lauf ihrer Entwickelung ist da wie dort ein rascher und sogar der Inhalt scheint aus demselben Stoffe gebildet zu sein. Dort erblicken wir einen Mann, der die höchste Stufe irdischen Lebensglückes erreicht, zugleich aber auch den Gipfel der Gottesfurcht und Rechtschaffenheit erstiegen hat und darum die Missgunst und Gehäs־ sigkeit eines boshaften Anklägers hervorruft, so dass seine Tugend erst die Probe des Elends und der Enttäuschung bestehen muss, ehe *) %aQiev fxev älhog ovyyQccfiina, vewr€Q1xov 6b xaz 7te7vlag(xevov. (Africani ad Origenem epistola p. 10 in Migne’s Patrologia tom. 11 col. 44).