Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 179)
- Language
- German
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173 Psalmen und den im Jad-Kolbo gedruckten Commentar vergleicht, wird sofort erkennen, dass beide ein Werk sind und also von Seite David Lida’s oder seiner Nachkommen, die das Buch zum Drucke brachten, an Bashuysen ein Plagiat begangen wurde. Das Buch eines christlichen Professors als Erbauungsschrift für fromme jüdische Beter, in die Synagoge einzuführen, das war denn doch eine etwas kühne Idee! 4) Das unter dem Namen קערת כסף (trutina argenti) bekannte, mehrmals gedruckte Lehrgedicht Josef Ezobi’s (13. Jahrh.) war weniger wegen seiner Form als wegen seines tief ethischen Gehalts geschäzt, (vgl. über den Verf. Carmoly la France Israelite p. 79—85 und Luzzatto in Chotam Tochnit Anh. S. 17, A. 92). Juda Leb Margaliot, ein sonst gediegener und kenntnissreicher Prediger des vorigen Jahrhunderts, fand an demselben so viel Wolgefallen, dass er es sich nicht versagen konnte, ganze Stücke daraus in sein Sittenbüchlein (מת מדות ed. Dyhrnfurth 1778) aufzunemen. Dagegen wäre allerdings nichts einzuwenden, wol aber hätte der Verfasser dann die aus Ezobi’s Gedichte ausgezogenen Strophen nicht als seine eigenen Verse ausgeben sollen, wie er das in der genannten Schrift (19 ואשא משי^י ואומרa, 21a, 30b, 34b, 36b) thut. Auch in der später (1811) herausgegeben Predigtensammlung nimmt er die Motto’s zu einzelnen Vorträgen aus der trutina argenti, aber da gibt er es gleich am Schlüsse seines einleitenden Vortrages seinen Lesern zu wissen, dass er die Verse dem Gedichte Josef Ezobi’s, die er von seinem Vater in einem handschriftlichen Texte bekommen hat, entlehnt. Ein Grund dafür ist ihm auch die Tradition, dass eine Familienverwandtschaft zwischen ihm und dem provenzalischen Dichter des 13. Jahrh. bestehe (הצגתי גם קצת משירי החכם ר׳ יוסף אזוב אשר מסרם א״א לידי בכח״י ואמר לי החכם ההוא היה קרוב לנו ממשפחתינו). Auf die leztere Angabe ist wol nicht viel zu geben. Keineswegs ist aber die geistige Gütergemeinschaft, die Margaliot früher mit Ezobi hat, dadurch gerechtfertigt. Dass M. auch eine andere ältere Gedichtssammlung ausgebeutet hat, ist von Dukes (Moses b. Esra S. 25 Anm.) gezeigt worden.