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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-03-01 · Heft 6 (März 1866) · p. Seite 453

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 6 (März 1866)
Date
1866-03-01
Page
Seite 453 (sequence 53)
Language
German
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453 Die Vertreibung der Juden 0on6rination8brieff auf den ständischen Landtagsschluß äe ao. 1501 sich berufen und vorgedachte denen Juden ertheilte ständische Versicherung, daß die Juden zu ewigen Zeiten nicht vertrieben werden sollen. „Hieraus hat Deräinanclus III., 8. April 1648, sothane Privilegien gleichfalls erneuert und solche vermehrt. Ein gleiches geschah von den nachfolgenden Kaisern, von Leopold 1703, von Joseph 1708 und von Karl VI., daß also alle diese Privilegien rc., welche die Juden theils ex moriti8, alß wie zu Zeiten Derclirianäi III. wegen geleisteter tapfern Gegeuwähr Wider den schwedischen Einfall, theils titulo onero8o überkommen, denen Juden 8U06688iv6 etliche Millionen gekostet haben. „Unser Pflichteifer ist lediglich dahin gerichtet, Ew. k. k. M. diejenige Benachteiligungen, welche durch die aus denen k. Prager Städten anbefohlene Ausschaffung derer Juden dero ^.erario, dem IIniv6i'80 re^ni und so vielen tausend christl. Einwohnern erwachsen vor Augen zu stellen und werden Ew. M. allermildest zu ermessen geruhen, daß nach deme so viele tausende xrivnti der k. Prager Stadtgemeinde und mit ihnen das gantze Land von Ew. k. M. eine hinlängliche Zudlevation und intl6mni8irunoder durch die Abschaffung derer Juden erleidenden Beschädigung billig zu erwarten hat, hierdurch Dero allerhöchstes Interesse schon umb ein nahmhafftes geschwächt werden würde, ohne derjenigen großen Verkürzung, welche fast alle Dero k. k. Gefälle werden ertragen müssen. Denn so viel der hiesige Verschleiß des jedermänniglich so nötigen Salzmaterials nicht minder dem Tranksteuergefäll durch Verlust so vieler tausend jüdischen Kontinenten alljährig entgehet, umb so größern Verlust haben nebst dem Briefs- und Postporto die hierländige Zoll- und Mautgefälle unvermeidlich zu gewarten. Indem der bisherige jüdische Handel und Wandel dermalen schon gänzlich zu Boden liegt und durch die alleinige jüdische Sudeten? auf dem Land nimmermehr, so wie ehedem hergestellt werden kann, hierdurch notwendiger Weiß auch das hier Landes fürgewesene wenige Eoniereinin, welches die Prager Judenschaft annoch erhalten hat, vollends zu Grunde gehen muß und ist dessen Wiederemporbringung umb so schwerer zu hosfen, alß in diesen k. Prager Städten kaum zwey oder dreh sich befinden, die den Namen eines mittelmäßigen Kaufmanns verdienen, die wenigsten aber derer hiesigen christl. Inwohner auf das eoniereiali ich verlegen, überhaupt hierzu auch eine chlechte Lust bezeugen. „Ueberdies sehen auch von nicht geringer OonZiäeration die Dona orntnita, snktlia momentanen, Vermögen-, Kopfsteuer und andere mit dem Land in eontri.Imiion.a1i oder relnitione keinen nexn8 habenden xo8tnlata, alß welche der bisherigen Erfahrung nach die Judenschaft jederzeit am leichtesten und geschwindesten abgetragen, auch zum öftern beh den ehßersten Landesbedrängnissen das aus Böhmen im Jahre 1744. Land folglich auch das ^srarium mit aushülflichem Geldvorschuß secundirt hat, was von denen christl. Einwohnern niemahlens so ehlfertig hat bewerkstelligt werden können, daß also, nachdeme die gesamtste Judenschaft mit dem Land , tam in Eontridntionali Hnam Oomsroiali in einem nexn gleichsam 1ncIi88oludili verknüpft ist, in allen denen Fällen, wo die Glieder mit dem ganzen Corpore re^ni durch Abschaffung deren Juden einige Beschädigung erleiden werden, solche aus dem Zusammenhang auch die Verkürzung zuletzt dero k. k. ^.erario vel äireete, vel inäireets unvermeidentlich werden empfinden müssen. „Wie sehr das Land mit der.Judenschaft in Contridutionali verknüpfet seh, zeigen alle bisherigen Landtagsschtüsfe als unzweifelhafte In8trnrnentn pndliea und andere priora so Viel deren ad anno 1522, mithin von zweien 8U66n1i8 her haben aufgefunden werden können, aus welchem ganz klar am Tag lieget, daß die böhmischen Stände re8peetn aller von denen ehemaligen Landesfürsten postulirten Steuer und Gaben die sämmtliche Stadt- und Landesjudenschaft in das Mitleiden gezogen und dabei bis hieher in eontinua et intnrdata x088L88i0Q6) nee non ftll'6 HNÄ68itO inevitadili. „Bezüglich der Steuer wird bemerkt. Seit dem Jahre 15)22 wurden die Juden zu den Steuern zugezogen. Anfänglich zahlten sie Kopf-, Vermögen-, Häusersteuer re.; 1628 bestimmte Ferdinand II., daß die Juden jährlich 40000 Ft. Steuer zahlen und dafür von den andern Steuern befreit sein sollen, wofür er ihnen Privilegien ertheilte. Die Stände haben jedoch die Juden zu den Gemeinumlagen zugezogen, anno 1657 und 1658 Fl. 56000, 1620 Fl. 42000, 1630 Fl. 14000, 1631 Fl. 21000, in den folgenden Jahren mußten sie an den Naturalienlieferungen in Getreide und Fleisch und in baarem Getdabfuhr mittragen; 1652 wurde ihnen auferlegt, zur Verpflegung der Miliz monatlich 1000 Fl. (jährlich 12000 Fl.) zu bezahlen; 1661 wurde bestimmt, daß die Juden von sämmtlichen Abgaben den 45. Theil zahlen sollen, und zwar die Prager und Vz die Landjuden, außerdem aber obige 12000 Fl. für die Miliz. „Die meisten Ae§otin können von den Christen nicht geführt werden, weil dieselben keine Neigung dazu haben. Anderstens aber weder diejenige Mühe und Ehfer, noch weniger den jüdischen genauen Lebensunterhalt sich werden angewöhnen wollen, durch welchen der Jud sein KeAotinin befördert. „Es ist weltkundig, daß die Glückseligkeit des hierländigen Oornereis am allerwenigsten in auswärtigen frembden Handel bestehe, sondern diesem könne nur einzig und allein daran gelegen, solche Coinereinnten zu haben, durch Welche die proclueta arti8 et naturae außer Land verschlissen und andurch der Zufluß des Geldes hergeteitet werde. Zu diesem außerordentlichen Verschleiß haben sich fast

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