Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 6 (März 1866)
- Date
- 1866-03-01
- Page
- Seite 401 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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MrÄrii'tk MomtskleKe für die gesammten Interessen des Iudenthums. März 1866. Arnold Mberg's Nerlng in Men. II. Band. 6. Heft. Inhalt: Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Aulkc. (Schluß des ersten Bandes.) — „Die Mosesgruppe", von Rauch in Potsdam. (Illustration.) — Dr. Eduard Kley. Von H. Jolowicz. (Mit Illustration.) — Die alte Synagoge der Juden in Nürnberg. Von H. C. S. Lriegleb» (Mit Illustrationen.) — Bert hold Auerbach. Eine Studie von Eduard Lullke. (Mit Illustration.) — Die Vertreibung der Juden aus Böhmen im Jahre 1744 und deren Wiederausnahme im Jahre 1748. Von G. Wolf. (Schluß.) — Literatur. Biblische Stoffe in der neuern deutschen Dichtung. Von Du. Adolph Stamm. (Schluß.) — Kritische Anzeigen. Hebräisches Uebungsbuch für Anfänger, voll K. F. L. Mezger. — Literaturgeschichte der synagogalen Poesie, von Or. Zunz. — Die Zerstörung von Jerusalem durch Titus FLavius Vespasianus rc., von vr. O. Jäger. — Israel, der wandernde Prophet. Von H. Hochheimer. — Bibliographie. Von vr. Alois Müller. — Das Buch Hiob. — An unsere Leser. Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Lulke. (Schluß des ersten Bandes.) XI. Enttäuschung. „Ich will wissen, was er dir ins Ohr gesagt hat?" Das war die Frage, die Gmnpel endlich an Rösele stellte, nachdem er lange Zeit ihr gegenüber die Sprache verloren zu haben schien. Mit dieser Frage schien sich seine Zunge wieder zu losen. Zwischen dieser Frage aber und jenem Zeitpunkt, auf welchen sie sich bezog, liegt noch manches andere, und wir müssen sehen, wie Gmnpel zu dieser Frage getrieben wurde. Seit dem Tage, an dem man sich in Lob Frank's Hause versammelt hatte, um den angekommenen jungen Doctor zu begrüßen, schien Gmnpel ein ganz anderer Mensch geworden zu sein. Es hätte einer blind sein müssen, dem dies nicht ausgefallen wäre. Am meisten betrübt waren hierüber zwei Herzen, und gerade diese waren es, gegen die er am meisten zürnte und welche die Ursache seiner Veränderung waren: Felix und Rösele. Felix sah init Wehmuth, daß Gmnpel, sein ehemaliger Freund, den er so herzlich liebte, sich absichtlich von ihm entfernt hielt, und wußte sich dies Betragen nicht zu erklären. Er war sich keines Unrechts bewußt, das er ihm zugefügt hätte, und doch hielt ihn eine eigene Schell zurück, den ersten Schritt der Annäherung zu thun und den Freund offen zu fragen, daß er ihm Rede stehen solle. Gewohnt, still zu dulden, nahm Felix auch dies als eine Schickung; ein Mensch, der Aurelien entsagt hatte, mußte auch den Verlust des Freundes mit Gleichmuth ertragen können. Rösele befand sich in einer sehr ähnlichen Lage mit Felix. Auch sie konnte sich Gumpel's Zurückziehen nicht erklären; hatte sie ihn doch mit keinem Worte beleidigt lind ihn von jeher vor allen andern Männern allsgezeichnet; denn er war der Freund von Felix. Daß Gmnpel etwas anderes für sie fühlte, als Freundschaft und zwar jene Freundschaft, die aus der Begeisterung ent- HUberg'S Jllustrirte Monatshefte. II, 6. — März 1866. 26