Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1866)
- Date
- 1866-02-01
- Page
- Seite 382 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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382 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. der Tenne des Arafna, den Befehl Gottes erhaltend, von der Strafe nun abzulassen. Zwickelbilder, links: Die Volkszählung; rechts: Das Hinsterbe» des Volks. Pilaster: Die Symbole deuten auf die Strafe der Pest hin. Zwölftes Blatt: „David's Tod." Hanptbild: David auf dem Ruhebett. Bathseba bittet ihn kniend, Salomo zu feinem Thronfolger zu ernennen. Durch das geöffnete Fenster erblickt man bereits Salomo's Kroniingszug. Lünette: David im Sterben. Ueber ihm, wie ein Gesicht, das Bild des vollendeten Tempels. Die Zwickelbilder deuten auf den Tempel Gottes, „wie ihn Christus vollbracht h a t." Pilaster: Das Salbhorn. Der ans der Flamme sich verjüngende Phönix. Eine Henne mit ihren Küchlein. Wie gedrängt und trocken auch die hier gegebene Inhaltsangabe des Bildercyklus ist, so war dessen Wiedergabe doch die einzige Möglichkeit, um den Lesern dieser Monatshefte einen Begriff von dem Ideenreichst):»:: des Künstlers und von der Bedeutung feines Werks zu geben. Fügen wir dieser Uebersicht noch hinzu, daß die Zeichnungen sorgfältig und correct gehalten und trotz des zähen Festhaltens an einigen traditionellen Typen fesselnd und interessant für denjenigen sind, der sich in sie zu versenken versteht, so können wir König's „Leben David's" als ein Kunstwerk bezeichnen, das jeden: Freunde biblischer Darstellungen von Werth sein muß. Der Name Hans Hanfstängl's in Dresden, aus dessen bewährten: Atelier die Photographien hervorgegangen sind, ist für die Trefflichkeit der Copien die beste Bürgschaft. —8. Literatur. M!MI,e Stoffe in der neuern deutschen Dichtung. IV. Die eigenthümliche Farbe und Gestalt der biblische:: Dichtungen des 19. Jahrhunderts ist allerdings streng genommen als die Entwickelung der Grundlagen anzusehen, welche in früherer Zeit gelegt worden waren. Aber sind auch die Bestrebungen Milton's, Bodmer's und Klopstock's noch nicht vergessen, maßgebend sind sie für die Dichter der Gegenwart nur inehr in seltenen Fällen. In: 18. Jahrhundert wandten sich unsere Poeten biblischen Stoffen zu, weil damals religiöse Fragen lebhafter als je zuvor und mit leidenschaftlicher Erbitterung aufgeworfen und erörtert wurden. Das moralische, das religiöse Interesse lag häufig der Bearbeitung biblischer Stoffe zu Grunde. Es war Mode geworden, sich mit den: Studium der Bibel zu beschäftigen, und die Dichter folgten bereitwillig den: Zuge der Zeit. Gegenwärtig stehen die Dinge anders; der religiöse Jndifferentismus beherrscht die Welt. Wird gegenwärtig ein biblischer Stoff der poetischen Bearbeitung unterzogen, so geschieht es des Stoffes, und nicht der Tendenz wegen, es geschieht wegen des reichen ästhetischen Gehalts, welcher den Erzählungen der Bibel innewohnt. Daß bei diesen Bearbeitungen das Neue Testament ziemlich regelmäßig leer ausgeht, ist leicht zu erklären, und wir verweisen hier auf dasjenige, was wir in den: ersten Artikel über biblische Stoffe in: allgemeinen gesagt haben. Von den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts an bis 1841 sind verhältnißmäßig nur sehr wenige Werke von Bedeutung erschienen, welche hier angeführt werden müssen. Erst das Erscheinen der „Judith" Hebbel's rief wieder eine lebhaftere Bewegung auf diesem Gebiete hervor. Hebbel's „In-