Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1866)
- Date
- 1866-02-01
- Page
- Seite 321 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Illmtmte MomtZliHe für die gesammten Interessen -es Iudenthnms. Februar 1866. Arnold Merg'Z Rerlng in Mim. II. Band. 5. Hest. Inhalt: Der Schlüssel. Erzählung von Eduard Lulke. (Fortsetzung.) — Der Jude von Trient. Von G. Dörry. (Mit Illustration.) — Salomon Sulzer. Eine biographische Skizze. Von Eduard Antke. (Mit Illustration.) — Die Vertreibung der Juden aus Böhmen im Jahre 1744 und deren Wiederaufnahme im Jahre 1748. Von G. Wolf. (Fortsetzung.) — Das Leben David's. (Mit Illustration.) — Literatur. Biblische Stoffe in der neuern deutschen Dichtung. IV. Von Di-. Adolph Stamm. — Der Kaufmann von Venedig. Von A. Muhr. — Die Salomonischen Schriften. — Kritische Anzeigen. Vier Jahrhunderte aus der Geschichte der Juden. — Freund und Mark. — Bibliographie. — Chronik. Zur Tagesgeschichte: Gemeinde-, Cultus-, Schul- und Vereinsangelegenheiten. — Literatur, Buchhandel und Presse. er Schlüssel. Erzählung Eduard Lulke. (Fortsetzung.) IX. Vcrmuthungen. ' In Löb Frank's Hanse herrschte begreiflicherweise wieder einmal große Aufregung, so wie vor fünfzehn Jahren, als man den Hrn. Blumenthal erwartete. Jentel hatte sich den Brief, in welchem Felix seinen Entschluß mitgetheilt, von Löb Frank zweimal vorlesen lassen, um sich zu überzeugen, ob sie richtig gehört, und nachdem die überraschende Nachricht auf diefe Weise den Weg zu ihrem Bewußtsein gefunden, dann nahm sie den Brief erst in die Hand, um ihn selbst zu lesen und sich durch daS Auge zu überzeugen, ob das Ohr sie nicht getäuscht habe. Es war ganz richtig, es stand da ganz deutlich geschrieben. Deutlich? Jawohl, was man so deutlich nennt, denn unleserlich war es nicht; aber auch verständlich? Mit den Ursachen, die den jungen Mann zu dem unerwarteten Entschluß bestimmten? Bleiben wir bei deutlich, denn es ließ sich an der Sache mancherlei herumdeuten. Felix hatte seinen Entschluß nur so nebenbei, als ob dies von gar keiner Bedeutung wäre, mitgetheilt und hatte sich gerade in Bezug aus diesen Punkt einer so lakonischen Kürze beflissen, daß bei dem Mangel jeden Anhaltepunkts auch jede beliebige Deutung zulässig erschien. Nun galt es aber, sich vorbereiten, denn wenn Löb Frank's Sohn nach fünfzehnjähriger Abwesenheit aus der Fremde nach Haus kommt, so ist das keine Kleinigkeit. Wie ein Gast bei Löb Frank bewirthet wird, das haben wir schon einmal gesehen; kann man sich nun denken wie, wenn dieser Gast erst der einzige Sohn ist. Als Felix Samstag mit seinem Vater in die Synagoge kam, wiederholten sich an ihm alle jene Ehrenbezeigungen, deren vor fünfzehn Jahren an derselben Stelle Herr Blumenthal theilhaft geworden. Als er die „Brocheh" (Segen) über das „Sepher" (die ausgerollte Schrift) machte, sagte Schloime Klatschkopf: „Ich hätt' nicht gemeint. Hilberg's JllustrirLe Monatshefte. II, 5. — Februar 1866. 21