Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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300 Jllustr. Monatsh. für die gef. diesfälligen Ansicht nicht vereinzelt da. Auch unsere Tagespresse stimmt Ihnen zum Theil bei. Ich habe mir alle die sogenannten speciellen Sünden, die unsere heimatliche Journalistik den Juden zur Last legt, in bunten: Durcheinander, wie die verschiedenen Blätter diese mir eben von Zeit zu Zeit geboten, genau und gewissenhaft notirt. Erlauben Sie mir, daß ich diese hier kurz und präcis zusammenfasse. a. Die Juden sind noch nicht auf jener Stufe geistiger Cultur angelangt, die selbe befähigte, von den bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechten jenen Gebrauch zu machen, der zum Heil und Frommen des Gesammtstaats gereichen würde. l>. Die Juden, deren vorzügliche geistige Regsamkeit, vereint mit unermüdlicher Willens- und Thatkraft, in all ihren Unternehmungen und Bestrebungen in so lebhafter Weise sich kundgibt, würden bei sofortiger Emancipation ihren Einfluß auf die socialpolitische Gestaltung unserer Heimat in tiefeinschncidender Form zur Geltung bringen. Der gesammten christlichen Bevölkerung würde hierdurch über kurz oder lang alles Terrain entzogen werden, was unstreitig von bedenklichen Folgen begleitet sein würde. e. Die Juden erfreuen sich der Sympathie der ungarischen Bevölkerung bei weitem noch nicht in dem Grade, daß letztere die bürgerliche Gleichstellung der erster:: so leichthin billigen könnte. Man ist noch immer gewohnt, in den Juden einen der übrigen Landesbevölkerung nachstehenden, gleichsam untergeordneten Stamm zu erblicken. Die durch eine vollständige Einancipation zu erzielende Gleichheit und Ebenbürtigkeit der Juden würde nur reichlichen Stoff bieten zu neuen Gehässigkeiten, zu neuen Hetzereien. Eine Läuterung und Klärung der Anschauungen bezüglich dieses delicaten Punktes muß erst noch abgewartet werden. ä. Die Juden besitzen die Gewandtheit, auf das Gemüth ihrer Umgebung unwiderstehlich einzuwirken. In ihrer bisherigen Stellung selbst ist es denselben gelungen, sich aller Herzen zu Interessen des Judenthums. bemächtigen, wodurch es ihnen ein Leichtes wird, das gemächliche Wohlwollen und die Freundschaft der christlichen Bevölkerung für das eigene Interesse auszubeuten. Aus ihrer nieder:: Stellung emporgehoben, könnten selbe dies eigenthümliche Verhältniß in mannichfacher Weise zum Nachtheil des Landes gründlich misbrauchen. 6. Die Juden sind serviler, knechtischer Natur. Das Kriechen und Schmarotzen sind von ihrem Charakter unzertrennlich. Selbst die vom Glück entschieden begünstigten Individuen dieses Stammes vermögen es nicht recht, auf dem Niveau menschlicher Würde sich zu erhalten. Das Gefühl niederer Abkunft zerrt diese unablässig in jene Tiefe zurück, wo jedes höhere Bewußtsein, jede eigene Werthschätzuug und Selbstachtung vollends aufhört. Der zweckmäßige Gebrauch staatsbürgerlicher Rechte erheischt aber vor allem ein festes Selbstbewußtsei::, ein unter allen Verhältnissen des Lebens unerschütterliches Selbstvertrauen. k. Die Juden sind keck, arrogant, insolent, sie sind unausstehlich, zudringlich. In jeder Gesellschaft wird man von ihnen unablässig behelligt. Namentlich die jüdische Geldaristokratie ist's, die durch das Bestreben, mit der Geburtsaristokratie sich zu messen, sich unendlich lächerlich macht. Wäre ihre Emancipation eine vollendete Lhatsache, sie würden die alleinigen Factoren des Staatslebens bilden wollen. 8- Die Juden haben sich betreffs der Einancipation nicht als Petenten, sondern als Stürmer benommen. Sie haben diese Begünstigung von der Nation gleichsam «bringen, abtrotzen wollen. Nicht einmal dankbar möchten selbe hierfür sich erweisen. Behaupten sie doch ziemlich unumwunden, daß die Gewährung der bürgerlichen Rechte nicht als Gnade, sondern als eine alte, sehr alte Schuld betrachtet werden könne, deren Begleichung die Nation in unverantwortlicher Weise ihnen bisher verweigert hat. I:. Die Juden wünschen ja die Emancipation nicht. Ist es ja zur Genüge bekannt, daß selbe zu einer Zeit für