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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1866-01-01 · Heft 4 (Januar 1866) · p. Seite 270

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 4 (Januar 1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 270 (sequence 30)
Language
German
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270 Jllustr. Monatsh. für die gef. lichen kindlichen Gemüth wahre Achtung vor dem Glauben seiner Väter und größtmöglichste Selbstverleugnung da ein, wo es galt, das geistige und materielle Wohl seines Volks zu gründen und zu fördern. Ein Schüler der von Braisach gestifteten Primär-Hauptschule ging er, 12 Jahre alt, nach Wien, nagte zehn Jahre lang an den bittern Wurzeln der Wissenschaften und, eingedenk seines hohen Berufs, Dolmetsch der Gefühle seines Volks zu werden, lernte er dessen Ausdrucksweise im Arabischen, Persischen und Sanskrit unter Leitung von Wenrich, von Hammer-Purgstall u.a.m. mit emsigem Fleiß kennen. Nachdem er anderthalb Jahre Privatdocent an der protestantisch-theologischen Facultät gewesen, ging er 1836 nach Paris, vervollkommnete seine orientalischen Studien unter Shlvestre de Sach, Burnouf, Quatremere und Reinaud und ging mit Baron James von Rothschild, dessen Familie als Erzieher vorstehend, nach Italien, wo er sich den Celebritäten der neuen hebräischen Literatur Mezzofanti, Luzzato, Reggio innig anschloß. Im Jahre 1839 nach Paris als Almosenier der Baronin von Rothschild zurückgekehrt, führte er daselbst unter dem Namen „Institution religieuso" die Confirmation ein und gründete 1842 zum Heil israelitischer Mädchen einen Verein für Handwerkerinnen. So wurde Albert Cohn, der bereits im September und October ganz Algerien bereist hatte, von seiten der französischen Regierung im December 1846 zur Anlegung und Begründung jüdischer Schulen bevollmächtigt. Die politisch kluge, vorurtheilsfreie französische Nation erkannte das Pfund, das ihr in der geistigen Entwickelung dieses sonderbaren Volks einst reichliche Zinsen tragen werde. Im Jahre 1854 besuchte er Jerusalem, die Stadt des Heils, dort ließ er die Divio llasowim 1s Israel in der von Sir Moses Montefiore in der Heiligen Stadt begründeten hebräischen Buchdruckerei erscheinen, ein Schrei des Schmerzes, ein kläglicher Hülferuf gegen die bekehrungssüchtige englische Judenmission, Interessen des Judenthums. die Seelenschacher mit siechenden Greisen und darbenden, nothleidenden Kindern trieb. Cohn verließ nämlich Paris, um seinem Volk schleunige Abhülfe des durch den orientalischen Krieg in Jerusalem angehäuften Elends zu bringen. Am 17. Juni in einer Privataudienz von Se. Maj. dem Kaiser Franz JosephI. in Wien huldreichst empfangen, pilgerte er sofort der Stadt zu, die sich einst „der Schönheit Krone und des Erdballs Sonne" nannte, und die so tief, so tief gesunken war. Beim Anblick der Stadt, in der er am 9. Juli hülfebringend, heilverkündend ankam, stieg er vom Pferde. Ihm tönte wol nicht der frohe Gruß der Leviten: „Gesegnet, der im Namen des Herrn kommt!" entgegen, aber von Jaffa, Clunia bis nach Jerusalem von einem Ungeheuern, immer sich steigernden Gefolge begleitet, sang ihm das Volk „Hosianna", und konnte er auch nicht den Priestern des Tempels des alleinigen Gottes sein „Seid gesegnet, ihr vom Hause des Herrn" zurufend danken, so hat er dennoch seinen Namen durch Gründung von Hülfsinstituten verewigt und, unsere Brüder dort von ihrem Elend und Verfall zu befreien, redlich das Seinige beigetragen. Er besuchte Hebron, das Land Sichern, verweilte einige Tage bei den Samaritanern, und nachdem er in allen Synagogen Jerusalems Worte des Trostes und des Glaubens an seine Brüder gerichtet, den Segen des Himmels auf seinen Monarchen, den ritterlichen Kaiser, den Vater seines Volks, auf das Haupt Franz Joseph's I. am Fuß jener geheiligten (westlichen) Mauer, dem einzigen Ueberrest unsers Tempels, erfleht hatte, kam er am 14. Aug. in Konstantinopel an. Vom Sultan am 21. Aug. im Teherayan-Palast am Bosporus in einer Privataudienz feierlichst empfangen, erwirkte er die Sanctionirung der vom Großvezir der Pforte, Mehemet Kiproth Pascha, entworfenen Immunitäts-Bill, und liebesthätig kam er endlich am 8. Sept. über Wien in Paris wieder an. Im Jahre 1856 trat er seine zweite Jnspectionsreise nach Jerusalem an. Segnend und gesegnet wurde ihm

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