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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-12-01 · Heft 3 (Dezember 1865) · p. Seite 197

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
II. Band (1865-1866)
Issue
Heft 3 (Dezember 1865)
Date
1865-12-01
Page
Seite 197 (sequence 37)
Language
German
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Die Umgebungen von Damaskus. 197 sortcn man zugleich die ausgedehntesten Banmschnlen vorfindet. Die Bäume sind theils in Reihen, theils in Gruppen auf Terrassen angelegt. Die untern Terrassen und Beete enthalten Obstnnd Waldbäuine dllrcheinander. Die Mannichfaltigkeit des Laubes in den felsigen Abhängen ist außerordentlich und gewährt durch die herrlichen Schattirungen einen bezaubernden Änblick. Die Zahl der Gärten der Ghutha, zu deren Beivässerung neben dem Barada ZOO Duellen aus den nächsten Bergen ihren Antheil beitragen, soll sich auf 30,000 belaufen. Außer den genannten Obstsorten liefern dieselben auch alle Arten von Gemüsen, Erdfrüchten, Wassermelonen, prachtvolle Blumen- und Handelsgewächse, z. B. Tabak, Indigo u. s. w. Zu dieser Pracht lind Fülle verhilft hauptsächlich das vortreffliche Klima. Frühling und Sommer sind von langer Dauer, während 8—9 Monaten des Jahres schwebt über Damaskus ein heiterer Himmel. Die Temperatur im Sommer variirt gewöhnlich zwischen dem 14. und 28. Grad und im Winter geht das Thermometer nicht unter Null. Wegen Mangel an Regen würde das Klima trocken sein, wenn nicht der Than und die befruchtenden Ueberrieselungen jenen Mangel vollständig ersetzten. Die Banane kommt in dem Klima von Damaskus nicht fort. Dagegen sind Aprikosen, Feigeil und Orangen von einem überaus köstlicheil Geschmack, und gewähren erstere und letztere durch ihre Schönheit und Vollkommenheit einen herrlichen Anblick. Früchte und Blumen sind hier überhaupt schöner als irgendwo. Vom April an blühen gefüllte Rosen und schmücken die Bazare. Aprikosen, Feigen, Lianen, Pflaumen und Kirschen gedeihen sogar im Schatten. Die Damascenerpflaumen sind berühmt, und die Weintrauben, deren Beeren so groß wie Kirschen sind, habeil oft ein Geivicht von 0—8 Pfund. Auch in der 'Nähe von Damaskus bedecken dichte Wälder voll edeln Obstbäumen, deren Stämme oft etilen bedeutenden Umfang haben und zu Brennholz benutzt werden, mehrere Ouadratmeilen. 'Nach der Wüste zu sieht man auchausgedehnte Fruchtfelder von Weizen, Spelt, Mais, Gerste und andern Getreidesorten. Der letzte Vorsprung des Antilibanvn ist die Höhe von Salihiyeh. Von dieser aus übersieht man die ganze Pracht des paradiesischeil Thals von Damaskus, welche jeden, der sie zum ersten mal erblickt, überrascht und in Erstaunen setzt. So ging es nur, als ich, nachdem ich mehrere Tage lang die Gärten und Gefilde durchwandert hatte, diesen Punkt betrat. Mein Blick schweifte von hier aus über die weitausgedehnte Stadt mit ihren 200000 Einwohnern und ihre entzückend schöne Umgebung. Es war früh morgens, und. die am klaren Horizont emporsteigende Sonne begann diese wirre, grauweiße Häusermasse, aus der zahlreiche Kuppeln und Minarets von inehr als hundert Moscheen hervorragten — unter denen schon von weitem die „Große Moschee" sich allszeichnet — zu beleuchten und mit einem goldenen Schimmer zu überziehen, sowie Gärten und Obsthaine, aus denen Dörfer und Mühlen hervorsahen und das Malerische des Panoramas noch erhöhten, mit den herrlichsten Schattirungen zu schmücken, die bei der verschiedenen und fremdartigen Belaubung auf mein überraschtes Auge wahrhaft zauberhaft wirkten. Durch das reizende Laubwerk blickten, je höher die Sonne sich erhob und dasselbe durchdrang, der Barada und seine vielen Arme und Kanäle, in welchen das tiefe Blan des wolkenlosen Himmels sich spiegelte, hindurch und ließen das das prachtvolle Grün mit seinen abwechselnden Farbentönen wie von Silberfaden durchwirkt erscheinen. Wegen der Schönheit, Herrlichkeit und Wichtigkeit der Lage von Damaskus haben die Dichter früherer Zeiten demselben eine Menge überschwenglicher Namen beigelegt, z. B. Perle des Orients, die wie EdÄl Prächtige, die Paradies Duftende, das Muttermal auf der Wange der Welt, der farbige Kragen der Ringeltaube, das Gefieder

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