Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1865)
- Date
- 1865-12-01
- Page
- Seite 195 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Umgebungen von Damaskus. 195 Einzelne schöne Pappelgruppen waren ein lustiges nnd harmloses Leben fühvon Schlingpflanzen dicht durchzogen, reu, dem Auge eine unterhaltende Ab- An verschiedenen Stellen sah ich zwei Wechselung gewähre», während da<> Bäume mit Stamm und Aesten so dicht Ohr durch den lieblichen Gesang unineinander verwachsen, daß,' sie Eine zähliger Singvögel angenehm berührt Krone bildeten, die min zweierlei Laub wird. trug. Blau wählt zu dieser reizenden Die Ghntha enthält auch auf beiden Spielerei solche Bäume, die sich im Ufern des Barada wohlbevölkerte Dör- Laube scharf unterscheiden, von denen ser, lind an dem Hauptsirom und auf der eine große Blätter, der andere seidessen Inseln trifft man Mühlen, welche nes Laubwerk hat. Der überschwengdurch ihre malerische Lage und Umgelich furchtbare Boden der Ghutha könnte i bnng reizende Punkte bilden. Die Bejedoch außerordentlich viel mehr leisten, sitzer derselben treiben zugleich einträgwenn er von fleißigem Händen bebaut würde. Dummar zählt daher auffallenderweise nur 300 Einwobner, die in Lebmbütten lvobnen. liehen Fischfang, da die Gewässer ungemein belebt sind. Oft steht man Fische auo dem Wasser emporspringen, und mit großem Vergnügen habe ich Eine steinerne Brücke von L4 Bogen, diesen Uebermnth der reizenden, in alsührt hier über den Barada, unter! len möglichen Metallfarben scbillernden welcher ich seine dunkelgrünen Gewäs- Fische beobachtet. ser silbern schälimend dahin brausen sah. Weiterhin theilt sich der Fluß in Weiterhin an den Ufern sah ich Rei her und Strandläufer aus Beute noch mehrere Arme; der Hauptfluß! lauern und betrachtete mit Entzücken aber, welcher über Felsen strömt, beden Bläuling, AbnZureik der Araber, hält den Namen Barada bei. Von dessen prächtiges, blau glänzendes, in weiten verzweigen sich seine Ge " beiden Wässer netzförmig zur Ueberrieselung der (Parten und Plantagen über das ganze Thal. Jeder (Parten wird von Bächen öder Gräben umflossen. Die Ränder dieser schönen klaren Gewässer sind mit Centifolien eingefaßt, denen inan viel Sorgfalt zuwendet und die von außerordentlicher Schönheit sind. Zur eigentlichen Rosenzeit, im Mai nnd Juni, entwickeln die Gärten ihre Grün schillerndes Gefieder ihn zu einem der schönsten Vögel macht. Auch die seichten Stellen des Flusses sind belebt und der Allsenthalt von Schildkröten und Krebsen. Der untere Lauf des Barada jenseit Damaskus zieht sich zwei Stunden lang inc Schatten von Obstgärten und Obstwaldungen hin, inacht dann unzählige Windungen und durchströmt > hierauf eine mehrere Stunden lange größte Pracht, und wenn die Rosen! flachgesenkte Ebene, die von seinen Ge entblättern, erscheinen die Gewässer wie! wässern häufig überflutet wird. Diese roth gefärbt. Eine der vorzüglichsten im Osten gelegene Ebene ist baumlos durch Kunst gezogene Sorte ist die Da- und öildet eine Wiese, die in ihrem saftig grünen Gewände einen lieblichen, erheiternden Anblick gewährt. Sie wird die Merdsch, „Bahr el Merdj", d. i. Wiesensee, genannt. Ihr Grund und Boden enthält eine unerschöpfliche productive Kraft, wird aber dennoch maskus-Rose, die ponceauroth ist und an Schönheit alle andern Sorten übertrifft. Die Straßen von Baalbek und Beirut führen durch diese Gärten, und es ist ein großer Genuß, auf ihnen zu wandern, wo Pappeln-, Tamarinden-, Hrur zu Viehweiden benutzt. Nach ei- Platanen-, Wallnuß-, Birnen- und nein Lauf von 6—8 Stunden von Aprikosenbäume vor den Strahlen der j Damaskus in östlicher Richtung fließt syrischen Sonne Schutz gewähren, die und verdunstet der Barada in einen rieselnden und plätschernden Gewässer Sumpfsee, der von dichten Schilfwalein angenehmes Geräusch hören lassen, düngen umgeben ist. Beim Wachsen Rosen sind aromatische Gewächse Wohlder Gewässer des Barada gewinnt letzgerüchc verbreiten und zabllose Eich-l terer euren großen Umfang, trocknet Hörnchen und bunte Eidechsen, die hier! aber iin Sommer, sobald jene scbwin-