Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- II. Band (1865-1866)
- Issue
- Heft 2 (November 1865)
- Date
- 1865-11-01
- Page
- Seite 147 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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147 I?rs,s1 törtsnsto. — Biblische Geschichte. entkommen doch nicht, gut, die sehen sich immer so ähnlich und stammen — wer weiß wo her! Wie aber ein Volk herumzieht und zum Volk wird, daran kann ich weit mehr theilnehmeu, denn das sind große Bewegungen, die niemand entgehen, und haben einfache, sichtbare Ursachen; je mehr die Geschichte Familiengeschichte wird, je mehr hat sie Aehnlichkeit mit jeder Familie, und da ich sie ohnehin in ihren Krümmungen und Biegungen nicht glaube, so wird sie bei mir zum Roman, wo mir auch an der Geschichte nichts liegt — sie könnte ebenso gut anders sein —, wo ich nur zumUnglück umgekehrterweise die Morde und Hauptunglücke glauben muß, und alles andere nicht glauben kann. Ich lese sie also als eine Art Mythologie, weil sie in allen Büchern vorkommt." Ich will mit dieser herrlichen Anschauung der Rahel, die ihrem Zeitalter um ein Jahrhundert vorausgeeilt, es auch genug sein lassen. Sämintliche große, schöne und interessante Stellen können wir ja doch nicht herausheben, denn wir müßten dann einen großen Theil der zwei Bände abschreiben. Die angeführten Stellen aus den Briefen Veit's und der Rahel sollten blos, wie schon oben gesagt, dazu dienen, den Leser, der diesen Briefwechsel noch nicht kennt, auf denselben aufmerksam zu machen. Daß aber die wenigen angeführten Stelle» es vermögen, die Aufmerksamkeit und das Interesse des Lesers wach zu rufen, darüber sind wir keinen Augenblick in Zweifel. Kritl5che Anzeigen. Israel tärtenets. (Die Geschichte Israels), nach EmanuelHecht's gleichnamigem Werk ins Ungarische übe - setzt. Pesth, Wilhelm Lauffer, 1865. Da wir es hier nur mit der ungarischen Uebersetznng eines in der Form keine Schwierigkeiten darbietenden Werkes zn thun haben, so brauchen wir in diesen Blättern Wederdas Original, noch die Uebersetzung zu besprechen; das Original nicht, weil dieses schon in seinen eigenen Kreisen kritischer Besprechung begegnet ist, die Uebersetzung nicht, weil das Idiom derselben den Lesern dieser Blätter nicht bekannt ist. Wir bemerken von derselben nur, daß sie das Original getreu wiedergibt, auch mit seinen Fehlern, selbst mit dem Fehler, welchen der ungarische Uebersetzer am ehesten berufen gewesen wäre, zu berichtigen. Seite 229 sder Uebersetzung) heißt es nämlich, daß der ungarische Landtag vom Jahre 1644 den Juden gestattet habe, die Advocatur und das Apothekerrecht auszuüben. Das ist ein Jrrthum des Verfassers, welchen der Uebersetzer nicht unbemerkt hätte hingehen lassen sollen, und welchen die ungarische Gesetzgebung leider noch in Wahrheit umzuwandeln hat. In Ungarn gibt es heute wol schon zahlreiche jüdische Advoeaten, aber nicht Kraft des Gesetzes, sondern infolge der Gnade des Kaisers. Uebrigens wünschen wir, daß diese ins Ungarische übersetzte Geschichte Israels unter den Magyaren ebenso viele eifrige Leser finden möge, wie unter den Juden Ungarns, unter jenen, damit sie dieUeberzeugung daraus schöpfen, daß die gebildetsten, freiesten und freisinnigsten Nationen der Welt alle, die Juden betreffenden Separatgesetze und Beschränkungen längst abgeschafft haben; unter letztem, damit sie die geschichtliche Thatsache nicht vergessen, daß die Juden in ihren geistigen Bestrebungen sich stets nur den gebildetsten, fortgeschrittensten Nationen aufs innigste angeschlossen haben. ' —i —. Biblische Geschichte. Zur Belehrung und Erbauung für Schule und Haus. Nach dem Grundiert bearbeitet von Or. I. Auerbach. Zweite verbesserte Auflage. Leipzig, §. A. Brockhaus, 1865/ Die vorliegende biblische Geschichte bildet den ersten Band von Auerbach's kleiner Schul- und Hausbibel, die sich schon nach ihrem ersten Erscheinen die Anerkennung und den Beifall aller Fachmänner erworben und in beiden io*