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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-09-01 · Heft 6 (September 1865) · p. Seite 464

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 6 (September 1865)
Date
1865-09-01
Page
Seite 464 (sequence 40)
Language
German
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464 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Iudenthums. sehnliche, Rückkehr nach Jerusalem, um dort die Opfer zu bringen, eine Lüge ist!! ohne übrigens diese seine Aeußerung zu motiviren. Holdheim berief sich auf die Maimunische Ansicht. Die Darbringung der Opfer sei der Willkür eines jeden Israeliten überlassen, und nur um Misbrauch zu vermeiden, werde der Ort, wo, die Thierart, wovon, und die Weise, wie das Opfer zu bringen sei, näher bestimmt; er berief sich ferner aus die Aussprüche der Propheten und Rabbinen. Auerbach sprach über die Restitution der Opfer nicht negativ, nur meinte er, daß solche Stellen bei den: Unwissenden unsere patriotische Gesinnung zu verdächtigen geeignet seien. In ähnlicher Weise äußerten sich andere Rabbinen. Anerbach hatte den Knoten diplomatisch gelost. Holdheim betrachtete den Opferritus zu oberflächlich, ohne auf das zu achteil, was die Kritik gegen Maimuni eingewandt, und wie er vcrtheidigt wurde. Philippson, der in seinem Bibelwerk zugesteht, daß die Specialitätcn der Opfer jüdische Bedeutung haben, beruft sich aus das Bewußtsein der Juden, welche die Restauration der Opfer nicht glauben, er muß consequcnterweise annehmen, daß das ganze Ceremonialgesetz einst nach dem Bewußtsein der Juden werde über Bord geworfen werden. Es ist aber nunmehr nötbig, daß wir zu den einzelnen Opfern übergehen. II. Der Mensch kann natürlich in der Freiheit des augenblicklichen Entschlusses mannichsache Opfer bringeil. Als z. B. David das frische Ouellwasser, welches ihm im brennendsten Durst drei seiner kühnsten Krieger mit Lebensgefahr geholt hatten, aus einer plötzlicheil Rührung iil Tank gegen Gott, der ihm solche Kriegsgesährten gegeben, lieber zu Boden goß als selbst trank, da brachte er keins der vorgeschriebenen noch der sonst gewöhnlichen Opfer, und doch eiils aus dem innersten Opsersinne. Bezeichnend ist der deutsche Ausdruck Opfer; er stammt vom lateinischen otkerrs, hingeben; diese Bedeutung hat auch das hebräische Korban, voil darbringen. Das äußere Eigenthuln war, wie auch die Geschichte aller Opfer beweist, das Nächste, was der-Mensch der Gottheit hinzugeben sich getrieben fühlte, um von ihr ein höheres Gut zu erlangen. Geschenke bestimmen das Walteil der Götter, wie der Könige, war ein alter Spruch. Je nachdem die Menscheil vom Gefühl des Herzens getrieben wurden, brachten sie mehr oder weniger werthvolle Opfer, waren sie auch bereit, das eigeile einzige Kind zum Opfer zu bringen. Die mosaischen Opfer sollteil aber vorzüglich zum Zweck haben, den ^Israeliten feinem Gott nahe zu bringen, welche Bestimmung ebenfalls im Worte Korban liegt, von 2-7, annäheril. Tie Tischopfer. Bei den heidnischen Völkern war cs Gewohnheit, den Göttern Speisen zur gnädigen Annahme darzureichen, damit sie die Nahrung der Menschen beglücken. Unter gewissen Völkern Vorderasicns liild Europas entstand so die Sitte, am heiligen Orte für Sonne und Mond, welche das Wachsthum befördern, einen prachtvollen Tisch aufzustellen und von Zeit zu Zeit diesen mit ausgesuchten Speisen und Weinfpenden zu füllen?) Bei den Aeghptcrn fehlten die Weinfpenden, weil cs dort keinen Weinbau gab. "") Von derselben Sitte erhielt sich auch in Israel noch bis in die spätern Zeiten eine Spur. Ein goldüberzogener Tisch stand beständig im Heiligthum Israels, auf ihm 12 Brote, gegen das Heiligste hin gerichtet und darum das „Brot des Angesichts" genannt; dann nach einer Woche durch neue ersetzt. Dieses Tischopfer in seiner besonder«! Art hatte sich sichtbar aus einer entfernten Urzeit und aus Aegypten erhalten, daher bei diesem Tifchopfer auch die Wcinfpende fehlte. Aber diese Brote waren dem göttlichen Wesen nicht mehr zum Genuß gereicht, inan wendete sie nur zu Gott, daß er sie und ihren Erzeiger Ezechiel 16, 18. 23, 41. Jes. 68, II. Daniel VXX 14, 3—18. **) Herodot, B. 2. K. 77. 3, 6. Naillet Vs- 2) 17.

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