Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 5 (August 1865)
- Date
- 1865-08-01
- Page
- Seite 394 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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394 Jllustr. Monatsh. für die ges feiten der SttftungsverwalLunq die Stipendienvertheilung an alle 5)0 jüdischen Schulorte, und zwar nach dem Verhültniß der Familienanzahl eines jeden Orts, eingetreten und auch bisher beibehalten worden. Schließlich mag noch bemerkt werden, daß der anfangs auf Kanzleispesen bemessene Betrag von 9 Fl. später aus 20 Fl., alsdann auf 30, 60 und vom Jahre 1853 an auf 120 Fl. C.-M. erhöht wurdet) Geographische Hharakteröilder aus Palästina. AM. WülmW. Mch St-Jesu d'Arre. Das schöne blaue Mittelländische Meer, in der Heiligen Schrift öfters das Meer schlechtweg, auch /das große Meer", „das große Meer gegen Sonnenuntergang", ferner „das hinterste oder äußerste Meer", auch „das Philistermeer" genannt, bespült im Westen die Küste Palästinas, längs welcher sich von dem südlich von Tyrus gelegenen Vorgebirge El Nakhora, von den Alten die Tyrische Leiter oder Steige genannt, bis zur ägyptischen Grenze eine lange, fruchtbare Ebene hinabzieht, die ostwärts von den Bergen Galiläas, Samarias und Judäas begrenzt wird. Der Karmel theilt sie in die nördliche Ebene von Acre und die südlichen Ebenen von Saron und Sephela. Die erstere zieht bei zwei bis drei Stunden Breite in einem sechs Stunden langen, halbmondförmigen Bogen um die Bucht von Akko herum und reicht im Süden bis zum Vorgebirge Karmel. Sie war vormals von den Phöniziern bewohnt und eine fruchtbare, wohlangebaute Landschaft, jetzt aber liegt sie zum Theil wüst. Die südliche Gegend, wo Haifa liegt, ist sumpfig und ungesund, die nördliche Seite meist sandig. Bei Haifa, an dessen Rhede die größern Schiffe Als Quelle für obige MittheiLungen ist der Aufsatz von Wild im Notizenblarr zu den „Mittheilungen der mährisch-schlesischen Gesellschaft" in Brünn vom Jahre 186L, Nr. 8 —io, anzusehen, wo jedoch der Todestag des Beeeud Gabriel Cskeles irrig ans den 9. März 1753 verlegt wird. s. Interessen des Judenthums. landen, mündet der am Tabor entspringende Kison ins Mittelmeer, „der Bach der Vorwelt", welcher „die Leichen von Sisra's Heer zum Meere wälzte". In unfern Tagen, wo die großentheils entwaldeten Höhen ihm geringen Zufluß senden, geht er nur während der Regenzeit in vollem Strom, im Sommer dagegen liegt sein Bett meist trocken; weiterhin nährt ihn das Karmelgebirge mit nie versiegenden Quellen. An der nördlichen Seite der Bucht fällt der Bach Belus herein, wahrscheinlich der Schichor Librath der Heiligen Schrift, welcher seine Zuflüsse aus den Hügeln Sebulons erhält, und an dessen Ufern das Glas erfunden wurde. Im grauen Alterthum, so wird erzählt, landeten bei der Mündung des Belus sidonische Männer, welche Natron als Ballast auf ihren Schiffen führten. Am Ufer des Baches rafften sie die hier häufig wachsenden Salzpflanzen zusammen und holten einige Stücke Natron aus dein Schiffe, um den Kessel darauf zu setzen. Alsbald singen die Natronstücke zu schmelzen an, und es entstand die reine, durchsichtige Masse, welche wir Glas nennen. Die Leute dachten der Sache nach und fanden, daß das Natron den Kieselsand zum Fluß bringe, und so war die Verfertigung des Glases entdeckt. Im Mittelalter führte man den feinen Kieselfand des Belus, der zur; Glasfabrikation vorzüglich tauglich ist, nach Genua und Venedig, und es kommt noch immer manche Schiffsladung davon in die venetianischen Glasfabriken. An der Mündung des Belusbachs, auf einein schroffen/ in das Meer vortretenden Felsen liegt die Stadt Akko. Den Namen Ptolemais erhielt sie von ihrer Besitznahme durch oen ägyptischen König Ptolemäus Lathurus. Als Schlüssel von Syrien war diese Stadt schon im Alterthum stark befestigt — die um sie her liegenden Trümnier zeigen ihre vormalige Größe und Ausdehnung — mußte aber deshalb auch ei,re Reihe der furchtbarsten Belagerungen ertragen. Um 638 nahm sie der Khalif Omar den griechischen Kaisern, 1104 Balduin I. von Jerusalem den Sara-