Mannheim
Compact Memory

Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-07-01 · Heft 4 (Juli 1865) · p. Seite 344

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 4 (Juli 1865)
Date
1865-07-01
Page
Seite 344 (sequence 80)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2417805-2417806-2417810--356-2418195
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

344 Jllustr. MonaLsh. für die ges. Interessen des Judenthums. Gestorben: Am 1. April. (Verspätet gemeldet.) Giuditta Pasta, berühmte Opernsängerrn, in Como. Am 18. Mai. David Fränkel, herzoglicher Schuldirector, gewesener Redacteur des „Sulamith", in Dessau, 86 Jahre alt. Er war einer der hervorragendsten Epigonen der Mendelssohn'schen Richtung. Seinem ^eichenzug schloß sich das gesammte officielle und nichtofficielle, jüdische und christliche Dessau an. Am 9. Juni. vr. Ludwig Rüdiger (eigentlich Philipp Bernstein), Journalist und Schriftsteller, Mitarbeiter des „Pesther Lloyd", in Wen. Am 3. Juli. Karl F. Heine in Hamburg, Chef des Hauses Salomon Heine. Wir entnehmen dem zu Hamburg, 10. d., publicirten Testament des Verstorbenen, dessen Bestimmungen einen seltenen Charakter von Güte und Großmuth bezeichnen, folgende Einzelheiten: Zur Universalerbin ist die Witwe des Erblassers, geborene Foikld, eingesetzt, mit der Befugnih der freien Verfügung unter Lebenden und auf den Todesfall, wobei der Wunsch des Verstorbenen dahin geht, daß seine Adoptivtochter dermaleinst Besitzerin des Ganzen werde. Zu Executoren sind die Herren Mosengel, Behrens und Di. Messer (jetzt Herr vr. Des Arts und eventuell Vr. Ö. R. Schröder) ernannt, mit respective 14000, 14000 und 1L000 Mark Beo. Honorar; das Comptoir-Personal ist in der reichsten-Weise mit Legaten bedacht; einzelne erhalten 40000 Mark Banco; jeder Commis, der fünf Jahre oder länger im Geschäft, erhält 10000 Mark; außerdem jeder Commis, welcher 12 Jahre und darüber im Geschäft und 40 Jahre alt, eine lebenslängliche Rente von 1000 Mark; von dem Kammerdiener bis zu den Nachtwächtern ist jeder und jede aufs glänzendste bedacht. Sämmtliche Wohlthätigkeits - Anstalten Hamburgs, die Galerie der hamburgischen Kunsthalle, die Armen Hamburgs erhielten namhafte Beträge. Ueberdies erscheint die Witwe von Heinrich Heine, statt der bisher genossenen 2000, künftighin mit einer Rente von 5000 Francs bedacht. Der frühere Lehrer des Verstorbenen erhält 1000, ein pariser Arzt 2000 Mark Banco. Einzelne für öffentliche Anstalten bestimmte Beträge belaufen sich auf 200000 Mark. Die Schwester des Erblassers, Frau Or. Halle, erhält lebenslänglich die Zinsen von 400000 Mark Banco, in deren Genuß ihr Ehemann, Präses I)r. Halle, ihr substituirt ist; die Geschwisterkinder des Testators, nämlich die Oppenheimer, sind dem Präses Halle wiederum substituirt und erhalten außerdem 500000 Mark Banco, die Friedländer 200000 Mark Banco, die Kinder der Fanny Ranne 100000 Mark Banco, Emil Schröder, eventuell dessen Nachkommen, 100000 Mark Banco. Die bisherige Firma soll erlöschen, das Geschäft ohne Uebereilung liquidirt werden, und sind zu den Kosten der Liquidation die Zinsen von 30000 Mark Banco angewiesen. Von den in der hiesigen und der pariser Wohnung des Verstorbenen befindlichen Gegenständen soll nichts verkauft, sondern nur nach Ermessen der Witwe und der Executoren verschenkt werden; Privatschulden unter 1500 Mark Bco. werden auf Verlangen gänzlich erlassen, größere sind unter vollständiger Verschwiegenheit weder durch Mahnung noch gerichtlich beizutreiben; Ausstände über 40000 Mark Banco bleiben auf Verlangen noch ein ganzes Jahr zu bisherigem Zins stehen. In einem der Nachträge Zum Testament erhielt die Pflegerin des Verstorbenen in Frankreich noch eine Rente von 11000 Frs. vermacht. Literatur, Buchhandel und Kresse. Die Buchhandlungs-Firma I. Knöpflmacher und Söhne in Wien hat ihre Zahlungen eingestellt. Nr. 8 der „Zeitstimmen aus der res. Kirche der Schweiz" bringt einen Artikel von W. Lang „Ueber die Messiasideen der Juden". Nr. 12 der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" veröffentlicht einen „Offenen Brief" des Herrn I)r. Adolf Jellinek in Wien an Herrn Di. Ludwig Philippsohn in Bonn, in welchem der Antrag gestellt wird, einen Theil der für die Publicationen des „Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur" einfließenden Gelder Zur Gründung einer dauernden „Stiftung zur Förderung der israelitischen Literatur" zu verwenden. Der Vorschlag wird der Prüfung der Leiter des Instituts unterzogen werden. Den vom Antragsteller proponirten Titel „Philippsohn-Stiftung" lehnt Herr vr. Philippsohn bescheiden ab. Bildende Kunst. Im letzten pariser Salon ragte eine Statue: „Die verzweifelnde Hagar" von Charles Gauthier, durch die ideale Auffassung und technische Vollendung hervor. Wir bringen demnächst eine Abbildung derselben. Lorresponden). Herr P. S.nn in R.g, Oberschlesien.. Ihr unterm 17. Juni uns übersandtes Gedicht bedauern wir nicht verwenden zu können, da wir „Lehrgedichte" nie bringen. Uebrigens bekundet dasselbe sehr schönes poetisches Talent. Für die Redaction verantwortlich: Arnold Hilberg in Wien. Arnold Hilberg's Verlag in Wien. — Xylographie und Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.