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Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums · 1865-07-01 · Heft 4 (Juli 1865) · p. Seite 332

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Journal
Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
Volume
I. Band (1865)
Issue
Heft 4 (Juli 1865)
Date
1865-07-01
Page
Seite 332 (sequence 68)
Language
German
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332 Jllustr. Monatsh. für die ges. Interessen des Judenthums. worin vielfach genauere Textstücke Vorkommen. Ein „zweiter" Theil dieses Werkes, der die eigentlichen Studien dazu liefern soll, wird in zwei Abschnitte zerfallen. Der erste wird in einer allgemeinen Einleitung das VerhülLniß des Sisre zu - den traditionellen Schriften, über Verfasser, Anlage und Ziel, Name und Eintheilung, seine Geschichte und seine Commentare besprechen, namentlich das noch ungedruckte Werk „Hillel's" einer ausführlichen Behandlung unterwerfen. Der zweite Abschnitt Wird 10 Jndices bringen und zwar: 1) Index der angeführten Bibelverse. 2) Index der in den Talmuden angeführten Mischnas, Baraj- Las und Tosiftas, die sich zugleich in Sisre finden. 3) Index sämmrlicher Halachas in Sisre. 4) Index über die darin vorkommenden Agadas, und zwar über die ethischen, geschichtlichen, dogmatischen und die allgemeinen in gesonderten Unter-Jndices. 5) Index über die hermeneutischen Formeln und Regeln, als über die dreizehn des Jischmae'L, die zweiunddreißig des Galiläers u. s. w., über die Jnterpretationsregeln für die Halacha und die für die Agada. 0) Index über die in Sisre vorkommenden Mensch entlassen, als Frauen, Sklaven, Kutäer, (Samaritaner), Proselyten, Sadukäer, Ketzer (Minim), sei es in Bezug auf die Halacha oder auf die Agada. 7) Index der darin vorkommenden Tannaiten oder anderer Männer, mit Nachweisen dazu. 8) Index über alle darin vorkommenden Ortsnamen, gewöhnlich Palästinas. 9) Alphabetischer Index der Deraschas nach Stichwörtern oder Hauptsätzen geordnet. Für die Wissenschaft wird dieser hier specisicirte zweite Theil viel wichtiger sein, und Friedmann würde den Wünschen der Gelehrten durch eine Beschleunigung der Herausgabe wesentlich entgegenkommen. Möge übrigens Friedmann im zweiten Theil nicht vergessen, sich über die zweite Recension (rächt Version, wie im Maskir stets gesagt wird) des Sisre (Sisre schel Panim scheni, Midrasch Panim acherim) auszusprechen, was wir im Schema vermissen. Schon Zunz (G. V-, 48) hat nachgewiesen, daß die Alten von einer zweiten Recension des Sisre gewußt haben, wie auch 'von Sifra eine zweite Recension existirt hat; der jetzt veröffentlichte Sifra - Eommentar des Abraham ben David bestätigt dies vollkommen (Maskir VI, 7, 8—9). 19) „Der Tractat Kalla" (von der Verehelichung der Braut) und die Barajta dazu. Nach einer saloniker Handschrift vom Jahre 1509, herausgegeben von Nathan Coronet aus Jerusalem, in seiner Sammlung Chamischa Kontresim (fünf Hefte) abgedruckt (Wien, della Torre, 1864). Der als Schriftsteller, Handschriften-Händler und Herausgeber bekannte Coronet hat einen zu Salonik 1509 auf Pergament geschriebenen Codex erworben, welcher siebenundzwanzig Merkchen enthält und von Isaak Apomadeo für Don Samuel Benveniste geschrieben wurde. Unter diesen siebenundzwanzig Merkchen, die fast sämmtlich zu den alten kleinen Tractaten oder Agada-Schriftchen gehören, und von denen selbst die bereits gedruckten dort vollständiger und correcter erscheinen, befindet sich auch der hier berührte Kalla - Tractat (Massechet Kalla) sammmt der dazu gehörigen „Barajta". Zum ersten mal ist nun dieser Tractat vollständig herausgegeben. Schon El. Wilna machte auf die Unvollständigkeit des Tractats Kalla in unseren Talmud-Ausgaben aufmerksam, und Isaak Aboab hatte bei seinem Menorat ha- Maor diesen Tractat wie in vorliegender Ausgabe. Es wäre sehr zu wünschen, daß ein tüchtiger Talmudist ihn besonders mit einem kritischen Commentar herausgäbe, wie überhaupt die sogenannten kleinen Tractate, die sieben palästinischen Tractate, das Seder Olam und das Seder Olam de-Rabbanan, die kleinen alten Schristchen Seder Ha-Jrschiba, Seder Ha-Kabbala, Seder Ha-Malachim u. s. w., wie sie in der Coronel'schen Handschrift sich befinden, einer kritischen Ausgabe nicht unwerth sind^ Cs ist hohe Zeit, daß die talmudische und midraschische Literatur, welche bis 700 n. Chr. fast die einzige erhebliche Aeußerung des jüdischen Geistes war, in historisch-kritischer Weise zusammengestellt und erklärt werde, damit man endlich zur culturgeschichtlichen Benutzung dieses reichen Materials schreiten kann. Prof. Dr. Julius Fürst. Pädagogik. Erzählungen der Heiligen Schrift für Israeliten. Zum Schul- und Privatgebrauch bearbeitet von Cohn und Dinkelspiel. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. (Barmen und Leipzig, Langewiesche, 1864. Preis 15Sgr.) Wie schon der Titel zeigt und die Verfasser es im Vorwort zur ersten Auslage aussprechen, will das uns vorliegende Buch keine vollständige Geschichte des jüdischen Volks, sondern nur ausgewählte Erzählungen der Heiligen Schrift liefernd Ein Blick in das Jnhaltsverzeichniß lehrt übrigens, daß kein bedeutendes Moment der biblischen Geschichte übergangen ist; es sind im Gegentheil auch für die nachbiblische Zeit die Geschichte der Makkabäer und das Buch Tobias mit herbeigezogen worden, was jedermann um so mehr billigen wird, als dieselben ganz den biblischen Geist athmen. Was nun die Bearbeitung betrifft, so berechtigt schon der Umstand, daß der verewigte Hamburger Prediger Vr. Salomon. dem Merkchen ein kurzes Geleitswort vorausschickte, sowie die freundliche Aufnahme, die dasselbe gleich nach seinem ersten Erscheinen bei der Lehrerwelt und der Kritik erfuhr, zu der schönsten Erwartung. Diese findet sich auch insofern vollkommen befriedigt, als dem Haupterforderniß einer guten biblischen Geschichte, daß nämlich die Begebenheiten, soweit dies nur möglich ist, mit den Worten und Anschauungen der Bibel er-

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